3. Liga: «Geschenkter» Aufstieg sorgt für Knatsch
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3. Liga«Geschenkter» Aufstieg sorgt für Knatsch

Ein Forfait-Sieg überschattet den Aufstiegskampf in der 3. Liga in der Region Zürich. Der Verband spielt dabei keine glückliche Rolle.

von
wed
Die Spieler des SC Zollikon sind enttäuscht über den verpassten Aufstieg.

Die Spieler des SC Zollikon sind enttäuscht über den verpassten Aufstieg.

Männedorf, YF Juventus 2 und SC Zollikon – drei Teams kämpften bis zum letzten Spieltag um den Aufstiegsplatz in die 2. Liga. Eigentlich hätten alle drei Spiele am letzten Sonntag um 10.15 Uhr stattfinden sollen, damit keine Absprachen möglich sind. Doch am letzten Dienstag informierte der Fussballverband Region Zürich (FVRZ), dass die Partie von YF Juventus in Fällanden vorverschoben wird, da in Fällanden zeitgleich ein Grümpelturnier stattfindet. «Dieser Antrag wurde bereits Ende Mai bewilligt und der Gegner war ebenfalls einverstanden», sagt Beat Michel, Leiter Kommunikation des FC Fällanden.

Zwei Tage später dann der Schock: Der FVRZ zieht seine Bewilligung zurück. Begründung: Mehrere Vereine hätten Protest gegen diese Verschiebung eingelegt. Doch der FC Fällanden sah sich nicht mehr in der Lage, in dieser kurzen Zeit das Grümpelturnier umzuplanen und eine konkurrenzfähig Mannschaft zu stellen. «Der Verband zwang uns zu einer Forfait-Niederlage», so Michel. Besonders bitter für den SC Zollikon. Trotz eines Sieges im letzten Spiel hatten sie wegen dieser Entscheidung keine Chance mehr auf den Aufstieg.

«So was habe ich noch nie erlebt»

«Selber schuld», sagt Willy Scramoncini, Leiter Spielbetrieb beim FVRZ. Dem FC Fällanden habe man einen alternativen Fussballplatz angeboten. Zudem habe sich der SC Zollikon selber über diese Verschiebung beschwert. Dies wiederum dementiert Ferry Hermida, der Vizepräsident des SC Zollikon, auf Anfrage: «Wir haben uns lediglich beim Verband informiert, weshalb das Spiel so kurzfristig verschoben wurde, da ein gleiches Gesuch bei uns abgelehnt wurde.» Auch beim Aufsteiger YF Juventus ist man überrascht über die Ereignisse: «So was habe ich in meiner ganzen Fussballzeit noch nie erlebt», sagt Präsident Piero Bauert. Seine Mannschaft sei am Sonntag gar komplett nach Fällanden gereist, um festzustellen, ob wirklich keine sportliche Lösung möglich sei.

Auf sportlichem Wege hätte es hingegen der FC Männedorf lösen können. Ein Sieg hätte ihm so oder so zum Aufstieg gereicht. Bis zur 70. Minuten führte man zudem mit 2:0 und verlor schlussendlich mit 2:3 im Seederby beim abstiegsbedrohten FC Meilen.

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