Oberweningen ZH: Geschlagen, vergewaltigt, mit Bügeleisen gefoltert
Aktualisiert

Oberweningen ZHGeschlagen, vergewaltigt, mit Bügeleisen gefoltert

In einer von Gewalt geprägten Liebesbeziehung hat ein Automonteur aus Oberweningen seine Freundin vergewaltigt, verprügelt und mit einem heissen Bügeleisen verletzt. Nun winkt dem Familienvater eine hohe Strafe oder die baldige Freiheit.

von
Attila Szenogrady

Die fatale Beziehung zwischen dem heute 28-jährigen Automonteur aus Oberweningen ZH und der um sechs Jahre jüngeren Pflegehelferin dauerte über 18 Monate lang. Dabei war die seltsame Freundschaft immer wieder von aussergewöhnlich massiven Gewaltakten seitens des mazedonischen Staatsangehörigen geprägt.

Da sich beide Familien des Paares gegen eine Partnerschaft ausgesprochen hatten, trafen sich der Angeklagte und die Geschädigte häufig heimlich in einem Hotelzimmer beim Flughafen Kloten. Die Anklageschrift berichtet, wie der mit einer anderen Frau verheiratete Familienvater immer wieder auf seine Freundin losging und nicht nur brutal verprügelte, sondern auch gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr zwang. Mehrmals verletzte er sie auch mit einem Messer.

Schwere Brandverletzungen von Bügeleisen

Bei einem weiteren Vorfall musste die Geschädigte im Auto des Angeklagten zusehen, wie er sich mit einer Liebhaberin sexuell vergnügte.

Zum schlimmsten Übegriff kam es im Juli 2006, als die Geschädigte ihrem Freund erzählen sollte, mit welchen Männern sie früher zusammen gewesen sei. Als sie nicht sofort antwortete, griff er zu einem heissen Bügeleisen und brachte ihr an Bauch und Beinen vier schwere Brandverletzungen bei.

Viereinhalb Jahre in Dielsdorf

Im August 2007 hatte die junge Frau genug und erstattete Strafanzeige gegen ihren Ex-Freund. Dieser wurde von der Polizei festgenommen und sitzt seither im Gefängnis. Im letzten April wurde er vom Bezirksgericht Dielsdorf wegen mehrfacher Vergewaltigung und diversen weiteren Delikten zu einer hohen Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Zu wenig für den zuständigen Staatsanwalt, der in die Berufung ging und am Freitag vor dem Zürcher Obergericht eine markante Straferhöhung auf sieben Jahre verlangte.

Sofortige Haftentlassung verlangt

Der Angeklagte stellte seine Übergriffe und foltermässigen Methoden nicht in Abrede, erklärte aber, dass alles einvernehmlich passiert sei. Verteidiger Valentin Landmann ging von einer typischen sado-masochistischen Beziehung aus und verlangte deshalb nicht nur einen Freispruch, sondern auch die sofortige Haftentlassung seines Klienten. Weshalb habe das angebliche Vergewaltigungsopfer über ein Jahr lang immer wieder den Kontakt zu ihrem Peiniger gesucht und die Hotelzimmer reserviert, wollte Landmann wissen.

Die Strafanzeige der Frau stufte der Anwalt als eine von ihren Angehörigen eingeleiteten Kehrtwende ein. So sei es dabei der Geschädigten um die Rettung der Familienehre gegangen. Zudem habe sie in Dielsdorf ein Schmerzensgeld von 10 000 Franken erhalten. Das Obergericht kam noch zu keinem Entscheid. Es will vor einem Urteil noch einmal über die Bücher gehen.

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