Frau oder Mann?: Geschlechts-Verwirrung bei Sportlerinnen
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Frau oder Mann?Geschlechts-Verwirrung bei Sportlerinnen

800-Meter-Weltmeisterin Caster Semenya sorgt mit der Diskussion über ihr Geschlecht für Aufregung an der Leichathletik-Weltmeisterschaft in Berlin. Die Südafrikanerin ist aber nicht die erste Sportlerin, die womöglich nicht das ist, was sie angibt zu sein.

von
Monika Brand

Man munkelt, dass die frisch gebackene Weltmeisterin ein Mann ist. Ihr maskulines Aussehen schürt die Gerüchte, sogar Bartwuchs soll die Südafrikanerin haben. Ein Geschlechts-Test soll jetzt für Klarheit sorgen (20 Minuten Online berichtete). Doch Semenya ist nicht die erste Sportlerin, die mit ihrem Geschlecht für Verwirrung sorgt. Besonders in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es immer wieder Fälle, wo sich herausstellte, dass Frau nicht das ist, was sie angibt zu sein. Die Fälle waren gar so zahlreich, dass sich Sportlerinnen und Sportler zwischen 1968 und 2000 vor Olympischen Spielen einem Geschlechtstest unterziehen mussten.

Aus Koubkova wurde Koubkov

Da gab es zum Beispiel die Tschechin Zdena Koubkova. Diese stellte 1934 mit 2:12:80 einen neuen Weltrekord über 800 Meter auf. Kurz darauf stellten die Ärzte aber fest, dass die Läuferin in Wirklichkeit ein Mann war. Koubkova nahm wenige Jahre später durch eine Operation ihr «richtiges» Geschlecht an und nannte sich Zdenek Koubkov. Der Weltrekord der «falschen Tschechin» wurde gelöscht.

Die Wahrheit 30 Jahre nach dem Rücktritt

Oder die Polin Stanislawa Walasiewiz, die sich später nach Erhalt der US-Staatsbürgerschaft Stella Walsh nannte: Sie gewann 1932 an den Olympischen Sommerspielen Gold über 100 Meter, vier Jahre später sicherte sie sich die Silbermedaille in derselben Disziplin. Es folgten mehrere Europameistertitel und amerikanische Meistertitel. 1951 trat die Athletin zurück.

Als sie 1980 bei einem bewaffneten Raubüberfall erschossen wurde, stellten die Ärzte bei der Obduktion fest, dass Walasiewiz ein Hermaphrodit war, also sowohl die Geschlechtsmerkmale einer Frau als auch eines Mannes aufwies. Kurz darauf stellte sich heraus, dass ihre Geburtsurkunde gar auf den Vornamen Stefan ausgestellt war. Das Pikante an dieser Geschichte: Walasiewiz hatte in den 1930er-Jahren ihre ärgste Konkurrentin Helen Stephens verdächtigt, ein Mann zu sein. Dies stellte sich aber als unwahr heraus.

Verrückte Geschichten

Und dann gab es noch die, die kein bisschen Weiblichkeit an sich hatten. Zum Beispiel Dora Ratjen, die sich als Horst entpuppte. Oder Samukeliso Sithole, die von ihren Kolleginnen angezeigt wurde, weil sie sie beim Duschen begaffte. Diese und weitere Geschichten erfahren Sie in der Bildstrecke oben.

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