«Wir sparen und die verschwenden»: Geschlossenes Luxushotel lässt Tag und Nacht sämtliche Lampen brennen

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«Wir sparen und die verschwenden»Geschlossenes Luxushotel lässt Tag und Nacht sämtliche Lampen brennen

Die Sorge vor der drohenden Stromknappheit beschäftigt derzeit viele. Ein Anwohner nahe dem Hotel «Mandarin Oriental Palace, Luzern» ärgert sich deshalb darüber, dass dort seit Monaten jederzeit offenbar sämtliche Lampen brennen – obwohl es noch gar nicht eröffnet ist.

von
Yann Bartal
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Das ehemalige Hotel Palace wird zum Oriental Mandarin Hotel. Anwohner ärgern sich über sinnlosen Energieverbrauch – Beleuchtungen, Deko und Strahler laufen offenbar Tag und Nacht.

Das ehemalige Hotel Palace wird zum Oriental Mandarin Hotel. Anwohner ärgern sich über sinnlosen Energieverbrauch – Beleuchtungen, Deko und Strahler laufen offenbar Tag und Nacht.

20min/News-Scout
Nach langer Sanierung eröffnet das Hotel Palace am 24. September wieder unter dem neuen Namen «Mandarin Oriental Palace».

Nach langer Sanierung eröffnet das Hotel Palace am 24. September wieder unter dem neuen Namen «Mandarin Oriental Palace».

Wikimedia
Im Winter droht eine Strommangellage. Deshalb wird empfohlen, Strom zu sparen.

Im Winter droht eine Strommangellage. Deshalb wird empfohlen, Strom zu sparen.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

Die Angst vor einer drohenden Stromlücke in Europa ist zurzeit gross. Im Winter könnte in der Schweiz ein Zehntel des Verbrauchs fehlen. Möglicherweise müssen wir mit Stromabschaltungen rechnen, wie 20 Minuten berichtet. Deswegen wird zurzeit intensiv darüber nachgedacht, wie Strom eingespart werden kann und wie Verschwendungen zu vermeiden sind. So sparst du jetzt Energie bei dir zu Hause.

Berechne dein Sparpotenzial

Die Initiative Energieschweiz des Bundesamts für Energie bietet verschieden Rechner an, mit denen du deinen persönlichen Energieverbrauch optimieren kannst. Du findest sie auf dieser Website

Das Bewusstsein einer drohenden Energieknappheit scheint aber nicht bei allen angekommen zu sein. «Wir müssen sparen und die verschwenden», ärgert sich ein News-Scout gegenüber 20 Minuten. Die Rede ist vom Hotel Palace. Das Palace ist ein altehrwürdiges Hotel im Herzen der Stadt Luzern. 2015 wurde es an den chinesischen Investor Yunfeng Gao verkauft und wird seit 2018 generalrenoviert. Nun eröffnet das Hotel Palace am 24. September wieder – unter neuem Namen: «Mandarin Oriental Palace».

«Jede Kilowattstunde zählt.»

Prof. Björn Schrader, Institut für Gebäudetechnik und Energie, Hochschule Luzern

«Seit nunmehr über acht Monaten stösst mir bitter auf, wie Energie unnütz verbraucht wird, obwohl doch wirklich jeder angehalten sein sollte, sparsam damit umzugehen», sagt der News-Scout. Er berichtet, dass im Hotel Palace Tag und Nacht innen und aussen die Lichtanlagen eingeschaltet sind. Während der Sanierung sei es noch einigermassen verständlich gewesen, da brauchte es ja für die Bauarbeiten Licht, erzählt der News-Scout weiter. «Aber jetzt sieht man seit Monaten fast niemanden mehr im Hotel und einfach überall ist das Licht eingeschaltet.»

Was hältst du vom Umgang mit Energie beim Luzerner Hotel?

Beim Stromsparen komme es auf alle an, sagt Dieter von Arx vom Institut für Elektrotechnik, Hochschule Luzern. Angesprochen auf das Hotel Palace gibt von Arx zu bedenken: «Das ist dann schon eine Energieschleuder. Für ein modern saniertes Hotel kann man hoffen, dass sie Licht, Heizung und Lüftung automatisch steuern und damit energieeffizient sind.»

Grosses Sparpotenzial bei Beleuchtungen

Auf Anfrage beim «Mandarin Hotel Palace» gibt Manager Christian Wildhaber an, dass im gesamten Hotel ausschliesslich LED-Leuchtmittel eingebaut wurden: «Bei den Renovierungsarbeiten wurde ein besonderes Augenmerk auf die Verwendung von stromsparenden Installationen und Systemen gelegt. Die 136 Gästezimmer wurden mit Bewegungsmeldern ausgestattet, so dass es in Abwesenheit des Gastes zu keinem unnötigen Stromverbrauch kommen kann.»

Bei der Beleuchtung Strom zu sparen, sei ganz einfach, erklärt Björn Schrader von der Hochschule Luzern. «Ersten sieht man es, wenn unnötig Licht eingeschaltet ist und zweitens können alle ganz einfach ihren gesamten Haushalt auf LED-Glühlampen umstellen.» Schrader verweist darauf, dass der Elektrizitätsverbrauch der Beleuchtung in den vergangenen 20 Jahren um 9,3 Prozent gesunken ist. «Dieser Trend bei der Beleuchtung ist sehr erfreulich. Denn der gesamte Stromverbrauch ist insgesamt gestiegen. Aber mit den richtigen Massnahmen könnte man in den kommenden Jahren den Stromverbrauch für Beleuchtungen um mindestens weitere 50 Prozent reduzieren.»

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