Basel: «Geschmacklos» – SVP-Politiker gerät wegen «Horror-Hitze» in Shitstorm

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Basel«Geschmacklos» – SVP-Politiker gerät wegen «Horror-Hitze» in Shitstorm

In Spanien hat die Hitze schon Hunderte Menschen das Leben gekostet. Das hielt den Basler SVP-Grossrat Joël Thüring nicht davon ab, über die «Horror-Hitze» auf Twitter Witze zu machen.

von
Lukas Hausendorf
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Dieser Tweet brachte dem Basler SVP-Grossrat Joël Thüring scharfe Kritik ein. Viele empfanden seinen Kommentar über die Horror-Hitze als geschmacklos, weil sie ihn auf die Hitzetoten in der Eilmeldung münzten.

Dieser Tweet brachte dem Basler SVP-Grossrat Joël Thüring scharfe Kritik ein. Viele empfanden seinen Kommentar über die Horror-Hitze als geschmacklos, weil sie ihn auf die Hitzetoten in der Eilmeldung münzten.

Twitter
In den Kommentaren stellte Thüring klar, dass er sich nicht über die Hitzetoten lustig gemacht habe. Er habe sich nur am Wording «Horror-Hitze» gestört.

In den Kommentaren stellte Thüring klar, dass er sich nicht über die Hitzetoten lustig gemacht habe. Er habe sich nur am Wording «Horror-Hitze» gestört.

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Seinen Kommentar haben viele allerdings ganz anders gelesen.

Seinen Kommentar haben viele allerdings ganz anders gelesen.

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Darum gehts

Der Basler SVP-Grossrat Joël Thüring hat zu fast allem eine Meinung und die tut er auch auf Twitter kund. Gerne twittert er auch gegen die Klimawandel-«Panikmache» und eckt damit gerne bei Grünen und der Klimajugend an. Mit seinem jüngsten Tweet über die Sommerhitze hat er sich aber in die Nesseln gesetzt. Am Samstag kommentierte er eine Push-Meldung von «Focus Online» über die «Horror-Hitze in Spanien» wie folgt: «Sommerwetter = ‹Horror-Hitze›. Alles klar.» Und hängte einen Smiley mit Freudentränen an. Nur: Der Kerngehalt der Eilmeldung, über die Thüring da spottete, waren die 360 Toten, die die «Horror-Hitze» innert einer Woche in Spanien zur Folge hatte.

Geharnischte Kritik folgte postwendend. «Menschen sterben. Für einen SVPler eben lustig», kommentierte der Basler Juso-Politiker Roberto Barbotti. Thüring relativierte daraufhin, es sei ihm um die Bezeichnung «Horror-Hitze» gegangen. Tote seien immer schrecklich. «Allerdings gibt es diese in jedem Sommer.» Da war der Schaden aber schon angerichtet. «Geschmacklos», «menschenverachtend» und «peinlich» waren noch die netteren Attribute, mit denen sein Tweet kommentiert wurde. Thüring sah sich irgendwann gar gezwungen, die Kommentarspalte zu schliessen.

«Ich würde mich nie über die Hitzetoten lustig machen», stellt Thüring auf Anfrage klar. Ihn störe aber das alarmistische Wording der «Horror-Hitze», mit der «das normale Sommerwetter» beschrieben werde. Darüber habe er sich mit seinem Tweet lustig gemacht. Dieser sei «in keiner Art und Weise» auf die Hitzetoten bezogen gewesen, betont er. Seinen Tweet, für den er «teilweise unter der Gürtellinie» angefeindet wurde, will Thüring denn auch als Medienkritik verstanden wissen. Horror-Hitze sei für ihn einfach Clickbait. 

Er werde den Tweet auch nicht löschen, stellt er klar. «Der Shitstorm, wie Sie das nennen, beschäftigt mich überhaupt nicht», sagt er. Einige versuchten da einfach, ihn in eine Ecke zu stellen. «Die entlarven sich alle selbst», so Thüring. Jene, die ihn anständig kritisierten, denen habe er auch geantwortet. Die Repliken zu seinem Tweet habe er dann geschlossen, weil alles gesagt sei.  

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