Neues Kabel: Geschwindigkeits-Rekord bei Datenübertragung
Aktualisiert

Neues KabelGeschwindigkeits-Rekord bei Datenübertragung

21-mal schneller als bisher: Niederländische und amerikanische Forscher konnten mithilfe eines neuen Kabels 255 Terabit pro Sekunde übertragen.

von
sts
Herkömmliche Glasfaserkabel verfügen nur über einen Leiterkern, was die Geschwindigkeit bei der Datenübertragung beeinträchtigt.

Herkömmliche Glasfaserkabel verfügen nur über einen Leiterkern, was die Geschwindigkeit bei der Datenübertragung beeinträchtigt.

Eine wachsende Anzahl von Onlinediensten und neue Datenzentren verursachen ein Bandbreitenproblem. Für eine Steigerung der Leitungskapazität wird momentan meist das Signal verstärkt. Dadurch kommt es bei Glasfaserkabeln vermehrt zu Störeffekten. Wissenschaftler der Technischen Universität Eindhoven in den Niederlanden und der University of Central Florida in den USA könnten dieses Problem nun gelöst haben.

Das Forscherteam hat laut dem Wissenschaftsmagazin «Nature Photonics» mithilfe einer neuen Glasfaser nach eigenen Angaben einen Datenübertragungsrekord aufgestellt. Daten konnten mit einer Geschwindigkeit von 255 Terabit pro Sekunde durch das Kabel geschickt werden. Das sei 21-mal schneller als derzeit verfügbare Netzwerke. Diese erreichen zwischen 4 und 8 Terabit pro Sekunde.

Drei Tausendstel einer Sekunde für 1 GB

Im Gegensatz zu herkömmlichen Glasfaserkabeln verfügt der neue Lichtleiter nicht mehr nur über einen, sondern über ganze sieben Leiterkerne. So überträgt er Daten auf zwei zusätzlichen Dimensionen. Dadurch können dreimal so viele Daten auf demselben Kern übertragen werden und dank der sieben Kerne erhöht sich die Kapazität insgesamt um den Faktor 21. Eine 1-GB-Datei könnte so in 31,25 Mikrosekunden (0.03 Millisekunden) übertragen werden. Mit weniger als 200 Mikrometern Durchmesser benötigt das Glasfaserkabel kaum mehr Platz als momentan verwendete Systeme.

Die Entwicklung solcher Kabel war bislang zu kostspielig für den Massenmarkt gewesen. «Mit diesen bemerkenswerten Ergebnissen könnten wir definitiv Petabit-Übertragungen herstellen, was die Zielvorgabe der Europäischen Kommission für 2020 ist», erklärte Dr. Chigo Okonkwo, Assistenzprofessor der Universität in Eindhoven.

Deine Meinung