Thuner Gerichtsfall: Geschwisterstreit eskaliert wegen einer Thuja-Hecke
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Thuner GerichtsfallGeschwisterstreit eskaliert wegen einer Thuja-Hecke

Als eine Frau in den Ferien weilte, liess der Bruder ihre geliebte Thuja-Hecke beseitigen. Nun wurde er vor dem Obergericht zur Rechenschaft gezogen.

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sul
Ihre Thuja-Hecke war der Frau heilig - entsprechend fiel sie aus allen Wolken, als ihr Bruder diese abholzen liess. (Symbolbild Keystone/Gaetan Bally)

Ihre Thuja-Hecke war der Frau heilig - entsprechend fiel sie aus allen Wolken, als ihr Bruder diese abholzen liess. (Symbolbild Keystone/Gaetan Bally)

Seit Jahren schon lagen sich Bruder und Schwester in den Haaren. Die ohnehin angespannte Situation erschwerte sich dadurch, dass die Streithähne je zur Hälfte Eigentümer einer Liegenschaft waren. Bewohnt wurde das Haus in der Region Thun von der Frau, sie zahlte dafür auch Miete.

Zur Eskalation kam es, als die Frau in die Ferien reiste. Ihr Bruder knöpfte sich die Thuja-Hecke des Grundstücks vor, die als Sicht- und Lärmschutz diente und die die Frau mit viel Liebe hegte und pflegte. Kurzerhand bot er einige Landschaftsgärtner auf und liess die Hecke abholzen. Den Grünabfall stapelte er demonstrativ vor der Einfahrt zur Garage auf. Als die Frau aus den Ferien zurückkehrte, fiel sie aus allen Wolken.

Bedingte Geldstrafe und Schadensberappung

Bereits vor dem Thuner Einzelrichter war der Mann wegen Sachbeschädigung zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse verurteilt worden. Er zog das Urteil jedoch ans Obergericht weiter. Dieses stützte nun den Einzelrichter-Entscheid, wie das «Thuner Tagblatt» berichtet.

Dass der Mann die Zypressengewächse während der Ferienabwesenheit der Schwester beseitigte, taxierten die Oberrichter als «hinterlistig». Dass er den Abfall vor der Einfahrt aufgetürmt und die geplante Neubepflanzung nicht in die Wege geleitet habe, zeige, dass er ihr lediglich «eins auswischen» wollte, steht im Urteil.

Der Mann habe sich der Sachbeschädigung schuldig gemacht, befand das Gericht. Neben der bedingten Geldstrafe von 9600 Franken wurde ihm eine Busse von 2400 Franken auferlegt. Seiner Schwester hat er die Hälfte des angerichteten Schadens – rund 7300 Franken – zu bezahlen.

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