Wisconsin USA – US-Gericht spricht Kyle Rittenhouse frei
Publiziert

Wisconsin USAUS-Gericht spricht Kyle Rittenhouse frei

Die zwölfköpfige Jury in Wisconsin hat nach einer mehrtägigen Gerichtsverhandlung ihr Urteil verkündet. Der 18-Jährige, der 2020 zwei Männer erschoss, wird freigesprochen.

1 / 21
Im Alter von 17 Jahren erschoss Kyle Rittenhouse zwei Menschen. Jetzt wurde er freigesprochen.

Im Alter von 17 Jahren erschoss Kyle Rittenhouse zwei Menschen. Jetzt wurde er freigesprochen.

Reuters
Vor dem Gericht warteten die Menschen auf das Urteil.

Vor dem Gericht warteten die Menschen auf das Urteil.

REUTERS
Für viele ist klar, dass Rittenhouse nicht aus Notwehr gehandelt habe. Das Gericht entschied zu seinen Gunsten.

Für viele ist klar, dass Rittenhouse nicht aus Notwehr gehandelt habe. Das Gericht entschied zu seinen Gunsten.

Reuters

Darum gehts

  • Der 18-jährige Kyle Rittenhouse hatte im vergangenen Jahr in Wisconsin, bei Anti-Rassismus-Protesten zwei Demonstranten erschossen.

  • Die Anklage lautete unter anderem auf Mord. Er sagte aus, es sei Notwehr gewesen.

  • Am Freitag sprach das Gericht den jungen Mann frei.

Nach tödlichen Schüssen auf Demonstranten bei Anti-Rassismus-Protesten in der US-Stadt Kenosha ist der damals 17-jährige Schütze Kyle Rittenhouse in allen Anklagepunkten freigesprochen worden. Die Geschworenen sprachen den heute 18-Jährigen am Freitag einstimmig von den Vorwürfen des Mordes, des Totschlags, des versuchten Mordes und der Gefährdung anderer frei. Rittenhouse begann nach dem Urteil zu schluchzen und brach kurz zusammen.

Rittenhouse hatte am 25. August 2020 in Kenosha im US-Bundesstaat Wisconsin zwei Demonstranten mit einem Sturmgewehr erschossen und einen dritten schwer verletzt. Seine Anwälte argumentierten vor Gericht, der Teenager habe in Notwehr gehandelt, weil er von Protestierenden angegriffen worden sei. Die Staatsanwaltschaft erklärte dagegen, Rittenhouse habe die Gewalt selbst «provoziert».

Gewaltsame Proteste befürchtet

Der Prozess war politisch höchst aufgeladen, da er im Zusammenhang mit den Black-Lives-Matter-Protesten vom vergangenen Jahr stand. Der Freispruch von Rittenhouse nach viertägigen Beratungen der Jury weckt daher Befürchtungen gewaltsamer Proteste. Wisconsins Gouverneur Tony Evers hat hunderte Mitglieder der Nationalgarde des Bundesstaats in Bereitschaft versetzt.

Der mit einem halbautomatischen Gewehr bewaffnete Rittenhouse war im August 2020 nach Kenosha gereist und hatte sich dort bewaffneten Männern angeschlossen, die nach eigenen Angaben Geschäfte vor Plünderern schützten wollten. In der Stadt war es zu teils gewalttätigen Protesten gekommen, nachdem ein Polizist den Afroamerikaner Jacob Blake mit mehreren Schüssen in den Rücken schwer verletzt hatte.

Zwei Million Kaution durch Spenden

Bei Auseinandersetzungen erschoss Rittenhouse zwei Männer und verletzte einen dritten schwer. Rittenhouse ist weiss, ebenso wie seine Opfer. Nach seiner Festnahme wurde Rittenhouse zu einer Art Galionsfigur des rechten Lagers: Die Kaution von zwei Millionen Dollar kam durch Spenden schnell zusammen, zu seinen Unterstützern gehörte der Schauspieler und frühere Kinder-Star Ricky Schroder ("Der kleine Lord").

Auch der damalige Präsident Donald Trump stellte sich hinter Rittenhouse: Dieser habe «in grossen Schwierigkeiten» gesteckt, weil Demonstranten ihn «gewaltsam angegriffen» hätten, sagte der Rechtspopulist damals. «Er wäre vermutlich getötet worden.» Trump wie auch sein Herausforderer Joe Biden reisten im Präsidentschaftswahlkampf nach Kenosha.

Landesweite Anti-Rassismus-Proteste

In den USA hatte es im vergangenen Jahr nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz und weiteren Fällen von Polizeigewalt gegen Schwarze landesweite Anti-Rassismus-Proteste gegeben. Trump machte für Ausschreitungen am Rande der Proteste der Bewegung Black Lives Matter immer wieder linke Gruppen wie die Antifa verantwortlich.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsnetz für Rassismusopfer

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

(dpa/roa)

Deine Meinung