Aktualisiert 17.09.2007 13:16

Gesetz gegen «Fernseh-Fatwas»

Harry Potter? Verboten wegen Hexerei. Auszupfen von Augenbrauen? Verboten weil Gottes Werk verunstaltet wird. Das Al-Azhar Islam-Institut in Kairo will jetzt gegen den Wildwuchs der Fatwas vorgehen.

Die weltweit einflussreichste Institution der sunnitischen Muslime fordert, so genannte «Fernseh-Fatwas» unter Strafe zu stellen.

Per Gesetz soll das Verkünden von Fatwas (islamische Rechtsgutachten) durch unqualifizierte islamische Scheichs in den Medien verboten werden, fordern die für Rechtsgutachten zuständigen Religionsgelehrten des Instituts.

Die Gelehrten hätten deswegen einen Brief an den ägyptischen Informationsminister Anas al-Fiki und an die Parlamentsabgeordneten geschrieben, meldete die ägyptische Nachrichtenagentur MENA am Montag.

Damit solle verhindert werden, dass selbsternannte «Religionsgelehrte» ohne entsprechende Ausbildung das islamische Recht nach eigenem Gutdünken auslegen und die Muslime so negativ beeinflussen könnten.

In den arabischen Ländern hat es wiederholt erbitterten Streit um Fatwas sogenannter Fernsehscheichs gegeben. Dabei ging es sowohl um die Frage, ob der Kampf gegen die US-Armee im Irak als «Heiliger Krieg» bezeichnet werden dürfe als auch um die Frage, ob das Tragen des Kopftuches für eine Muslimin Pflicht sei.

Auch ob das Lesen von Harry Potter erlaubt ist wird hitzig diskutiert, da darin Hexenkräfte am Werk sind. Auch das Auszupfen von Augenbrauen wurde im Internet per Fatwa verboten. Ausnahme: Wenn die buschigen Augenbrauen dem Ehemann missfallen. (sda)

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