Trainer-Beben in Basel - «Gespräch tat mir sehr weh» – FCB-Boss Degen erklärt Rahmen-Entlassung
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Trainer-Beben in Basel«Gespräch tat mir sehr weh» – FCB-Boss Degen erklärt Rahmen-Entlassung

Cheftrainer Patrick Rahmen wird beim FC Basel durch seinen Assistenten Guillermo Abascal ersetzt. Ihm wird so das gleiche Schicksal wie seinem Vorgänger Ciriaco Sforza zuteil. FCB-Boss David Degen erklärt den Entscheid.

von
Lucas Werder
Nils Hänggi

Sieg gegen Lausanne: Das letzte Spiel von Patrick Rahmen als FCB-Coach.

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Darum gehts

Dass Trainer Patrick Rahmen ausgerechnet nach dem 3:0-Sieg gegen Lausanne seinen Spind im Joggeli räumen muss, damit hätten am Montag wohl nur die wenigsten FCB-Anhänger gerechnet. Anders sah die Lage noch im vergangenen Dezember aus: Vor dem letzten Hinrunden-Spiel gegen GC (2:2) hatte FCB-Boss David Degen seinen Trainer in einem Interview mit dem «Blick» öffentlich angezählt. Die Entlassung des 52-Jährigen in der Winterpause schien vorprogrammiert.

Völlig überraschend teilte der FCB dann aber kurz vor Neujahr mit, dass Rahmen weiter an der Seitenlinie stehen wird, und stattete diesen gleich noch mit einem neuen Vertrag bis Sommer 2023 aus. «Offene, intensive und stets konstruktive Gespräche führten zum Schluss, dass der gemeinsame Weg mit Cheftrainer Patrick Rahmen an der Seitenlinie von Rotblau weitergeht», schrieb der Club damals in seiner Mitteilung. Ein Weg, der keine zwei Monate später doch plötzlich zu Ende ist.

Wieder übernimmt der Assistenztrainer

Für Rahmen übernimmt nun interimistisch Assistenztrainer Guillermo Abascal. Der 32-jährige Spanier, der in der Saison 2017/2018 zwischenzeitlich den FC Lugano coachte, wurde in Basel erst im Winter an Bord geholt. Dieser solle für die «Weiterentwicklung der Mannschaft nötigen neue Impulse» sorgen, schrieb der Club damals. Schon bei der Verpflichtung von Abascal wurde darüber spekuliert, dass dieser Patrick Rahmen früher oder später beerben könnte.

Nun trifft genau das schon nach wenigen Wochen ein. Kurios: Bei der Entlassung von Ciriaco Sforza im Mai 2021 war dieser durch seinen Assistenztrainer Patrick Rahmen ersetzt worden. Nun widerfährt diesem zehn Monate später genau das gleiche Schicksal.

In einem vom FCB veröffentlichten Video erklärt Boss Degen: «Es ist ein Schritt, der schmerzt – auch uns persönlich. Er war aber richtig. Jetzt hoffen wir auf einen Impuls in den nächsten Wochen.» Angesprochen auf die Vertragsverlängerung mit Rahmen in der Winterpause meint der 39-Jährige: «Wir wollten unbedingt, dass es mit ihm funktioniert, wollten unbedingt mit ihm erfolgreich sein. Aber die Gesamtentwicklung, sie stimmte eben nicht mehr.»

Streit nach dem Lausanne-Spiel

Als Beispiel hierfür nimmt Degen die erste Halbzeit gegen Lausanne. Für so eine Leistung stehe der FC Basel nicht, so der FCB-Boss. «Wir müssen die Zuschauer mitreissen, einen dominanten Fussball spielen. Für das soll der FCB in Zukunft stehen. Darum ist es unter anderem auch wegen des Spiels am Samstag zu Diskussionen gekommen.»

Wie unter anderem die «Basler Zeitung» schreibt, soll Degen nach dem Lausanne-Spiel seinen Unmut lautstark gegenüber dem Trainerteam kundgetan haben. Im Video sagt der 39-Jährige: «Das Gespräch heute mit ihm tat mir wirklich sehr weh. Er ist eine tolle Persönlichkeit und ein mega Mensch. Der Entscheid fiel allein aufgrund der Entwicklung der ersten Mannschaft.»

Rahmen ist nicht mehr Trainer des FC Basel. 

Rahmen ist nicht mehr Trainer des FC Basel. 

Claudio De Capitani/freshfocus

Einer der erfolgreichsten Trainer

Fakt ist derweil – auch wenn die Resultate der letzten Monate den Schein ein wenig trügen: Mit Patrick Rahmen entlässt der FCB einen der erfolgreichsten Trainer der Club-Geschichte: 46 Spiele bestritten die Basler unter Rahmen, 2,00 Punkte resultierten im Schnitt pro Partie. Damit liegt der 52-Jährige in der ewigen Tabelle auf Platz fünf – knapp hinter Paulo Sousa und gleichauf mit Marcel Koller.

Wird Abascal da mithalten können? Der 32-Jährige stand bisher bei 88 Spielen als Trainer an der Seitenlinie. Dabei gewann er 34 Mal (14 Remis, 40 Niederlagen) und holte im Schnitt 1,32 Punkte pro Spiel. Zu ihm meint Degen: «Wir sind überzeugt, dass er die richtige Wahl ist. Er ist jetzt auch schon acht Wochen hier und kennt das Umfeld.» Alles fange nun bei null an, jeder Spieler müsse um seinen Platz kämpfen. 

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