Geständnis im Sexualmord an siebenjährigem Mädchen
Aktualisiert

Geständnis im Sexualmord an siebenjährigem Mädchen

Am ersten Tag des Prozesses um den Sexualmord an der siebenjährigen Sarah aus Schwerin hat der 21-jährige Sebastian T. am Mittwoch die Tat gestanden. Die Staatsanwaltschaft nannte vor dem Landgericht Schwerin erschütternde Details des Verbrechens.

Danach zerrte der geistig zurückgebliebene, der in demselben Mehrfamilien-Plattenbau wie sein Opfer wohnte, das Mädchen am 10. April dieses Jahres in seine Wohnung. Er habe die Siebenjährige erstochen, um seine Straftaten zu vertuschen.

Der Fall hatte empörte Reaktionen ausgelöst, auch weil nach der Festnahme des 21-Jährigen herausgekommen war, dass Nachbarn die Kleine während des Verbrechens schreien gehört, aber nichts unternommen hatten. Am Rande des Prozesses bestätigte die Staatsanwaltschaft, dass in einem gesonderten Verfahren auch Ermittlungen wegen des Verdachts unterlassener Hilfeleistung gegen Mitbewohner des Hauses liefen.

Sebastian T. war einen Tag nach dem Verbrechen, am Ostersonntag, 11. April, nach Hinweisen aus der Bevölkerung festgenommen worden. «Befriedigung des Geschlechtstriebes» war nach Darstellung der Staatsanwaltschaft das Tatmotiv. Als sich das Mädchen energisch gegen seinen Peiniger wehrte und um sein Leben schrie, habe dieser es mit Messerstichen in den Hals umgebracht. Anschliessend stach er weiter auf den Körper der Siebenjährigen ein. Danach verging er sich laut Anklage an dem leblosen Kind. Die Leiche versteckte er verpackt in einem Plastiksack im Bettkasten, wo sie von der Polizei gefunden wurde.

Die allein erziehende Mutter hatte ihre Tochter zuletzt am Nachmittag des 10. April auf dem Spielplatz im Innenhof des Wohnblocks gesehen. Ihr Exmann war aus Ägypten zu Besuch gekommen. Beim Spielen kam die Kleine offenbar auf die Idee, eine Freundin in deren Wohnung zu besuchen. Dabei lief sie «eher zufällig» Sebastian T. in die Hände, wie die Polizei damals erklärte.

Der Angeklagte bestätigte vor Gericht seine Aussagen, die er schon nach seiner Verhaftung bei der Polizei zu Protokoll gegeben hatte. Der körperlich kräftige Mann machte bei der richterlichen Befragung zur Person einen verstörten Eindruck. Deutlich wurde, dass der ehemalige Hilfsschüler ohne Berufsausbildung unzuverlässig bei der Arbeit war, Alkohol trank und in Schlägereien verwickelt wurde. Mädchenbekanntschaften waren nach seinen eigenen Angaben die Ausnahme. Da Drohungen gegen den Angeklagten bekannt wurden, hatte das Gericht strenge Sicherheitsmassnahmen für den Prozess getroffen.

Im Gerichtssaal konnte der als Nebenkläger anwesende Vater des Opfers die Schilderung des Tathergangs kaum mit anhören. Nach seinen Zwischenrufen versuchte der Vorsitzende Richter ihn zu beruhigen und ermahnte ihn zur Zurückhaltung.

Drei weitere Termine sind bis Ende Oktober angesetzt. (dapd)

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