Tauwetter: Gesten zwischen Erzfeinden Türkei und Armenien
Aktualisiert

TauwetterGesten zwischen Erzfeinden Türkei und Armenien

Die Erzfeinde Türkei und Armenien wollen ihre Kontakte weiter ausbauen. «Ich glaube nicht, dass es echte Hindernisse für eine Normalisierung der Beziehungen gibt», sagte Armeniens Aussenminister Edward Nalbandian am Montag in Istanbul.

Es gebe einen aktiven Dialog beider Regierungen. Armenien habe auch keine Vorbedingungen für die Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Nalbandian war zu einem Treffen der Wirtschaftskooperation Schwarzes Meer (BSEC) nach Istanbul gereist. Er wollte auch seinen türkischen Amtskollegen Ali Babacan treffen.

Armenien hat von der Türkei eine Anerkennung von Gewalttaten 1915 als Völkermord verlangt. Bei Massakern im Osmanischen Reich sollen nach Schätzungen bis zu 1,8 Millionen Armenier ums Leben gekommen sein. Die Türkei geht dagegen von etwa 200 000 Toten aus.

Die Online-Ausgabe der türkischen Zeitung «Hürriyet» berichtete, die Türkei sei grundsätzlich zur Entsendung eines Botschafters nach Eriwan bereit, ohne dort aber eine diplomatische Vertretung zu eröffnen. Im Gegenzug müsse sich Armenien bereiterklären, den Vorwurf des Völkermordes an Armeniern im Osmanischen Reich in einer gemeinsamen Kommission untersuchen zu lassen.

Als erster Staatschef der Türkei hatte Präsident Abdullah Gül im September das Nachbarland Armenien besucht und eine Zusammenarbeit angeboten. Sein armenischer Amtskollege Sersch Sarkissjan hatte ihn zum Qualifikationsspiel beider Länder zur Fussball-WM 2010 eingeladen. (sda)

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