Gegen Inhaftierung: Gestern war Greenpeace-Protest-Tag
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Gegen InhaftierungGestern war Greenpeace-Protest-Tag

In Hong Kong, England, Russland, Brasilien, Süd-Afrika, Argentinien, USA und mehr Ländern gingen Tausende Leute auf die Strasse, um gegen die Inhaftierungen in Russland zu protestieren.

Tausende Unterstützter der Umweltschutzorganisation Greenpeace haben am Samstag weltweit für die Freilassung der in Russland inhaftierten Aktivisten demonstriert. In London schlossen sich Prominente wie Schauspieler Jude Law, Sänger Damon Albarn und Designerin Vivienne Westwood dem Protest an.

Rund 1000 Menschen zogen vor die russische Botschaft in der britischen Hauptstadt. Schauspieler Law setzte sich für die Freilassung seines Freundes Frank Hewetson ein, der mit 29 weiteren Besatzungsmitgliedern des Greenpeace-Eisbrechers «Arctic Sunrise» im russischen Murmansk in Untersuchungshaft sitzt.

Den Vorwurf der Piraterie nannte Law «lächerlich». Vielmehr seien die Bohrungen in der Arktis, auf die die Aktivisten aufmerksam gemacht hätten, «ein internationales Problem».

Etwa 1000 Demonstranten machten ihrem Unmut vor der russischen Botschaft in Den Haag Luft, 1300 Greenpeace-Unterstützer protestierten in Helsinki. Auf der Pariser Place de la République wurde ein grosses Banner zur Unterstützung der Inhaftierten entrollt. In Hongkong verlangten hunderte Menschen die Freilassung der Inhaftierten.

Im Moskauer Gorki-Park kam eine kleine Gruppe von Aktivisten zusammen, die Fotos ihrer inhaftierten Mitstreiter hochhielten. Auch aus Brasilien und Südafrika wurden Demonstrationen gemeldet. Eine Kundgebung vor dem Russischen Zentrum für Wissenschaft und Kultur in Washington bildete den Abschluss des Protesttags.

Anklage wegen «bandenmässiger Piraterie»

Die russische Justiz hatte die 30 Umweltschützer aus 18 Ländern - darunter die Schweiz - nach einer Protestaktion in der Arktis wegen «bandenmässiger Piraterie» festgenommen und angeklagt. Sie hatten Mitte September versucht, eine russische Bohrinsel zu entern, um auf Umweltrisiken durch die Gas- und Ölförderung in dem Gebiet aufmerksam zu machen.

Bei einer Verurteilung drohen ihnen bis zu 15 Jahre Haft. Die «Arctic Sunrise» fuhr unter niederländischer Flagge.

Russische Regierung unbeeindruckt

Die russische Regierung wies die Kritik am Umgang mit den Umweltschützern am Samstag zurück. Die Geschehnisse rund um die «Arctic Sunrise» seien eine «reine Provokation», sagte Vize-Aussenminister Alexej Meschkow der Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

Russland habe Den Haag mehrfach gewarnt und gefordert, «die Aktionen des Schiffes zu verbieten», sagte Meschkow. Die niederländische Regierung hatte am Freitag mitgeteilt, juristisch gegen Russland vorzugehen.

Das Aufbringen des Greenpeace-Eisbrechers sei «illegal» gewesen und die Besatzung müsse freigelassen werden, schrieb Aussenminister Frans Timmermans in einem Brief an die Abgeordneten in Den Haag. Es sei ein Schiedsverfahren auf Grundlage des UNO-Seerechtsübereinkommens eingeleitet worden.

Wenn es in den kommenden zwei Wochen keine ausreichenden Fortschritte gebe, könnten vom Internationalen Seegerichtshof «vorläufige Massnahmen» zur Freilassung der Umweltschützer verlangt werden, schrieb Timmermans.

Australien fordert Aufklärung

Während das US-Aussenministerium erklärte, den Vorfall «sehr genau zu beobachten», forderte Australien Aufklärung über die Inhaftierung der Aktivisten. Ihre Regierung wolle wissen, ob der «sehr schwerwiegende» Piraterie-Vorwurf gegen die Umweltschützer «angemessen» sei, sagte Aussenministerin Julie Bishop am Freitag.

Bei einem Gespräch mit einem weiteren russischen Vize-Aussenminister, Igor Morgulow, am Rande eines asiatisch-pazifischen Gipfeltreffens auf der indonesischen Insel Bali habe sie auf ein «faires Gerichtsverfahren» gedrängt, sagte Bishop. Unter den Inhaftierten ist der Australier Colin Russell. (sda)

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