Aktualisiert 18.09.2014 16:56

Wallis

Gestohlene Schafe werden auch in Italien gesucht

Die Suche nach den seltenen «Saaser Mutten», die seit Samstag verschwunden sind, wird ausgeweitet. Viel Hoffnung haben die Besitzer aber nicht mehr.

Die Suche nach den mutmasslich gestohlenen Schafen der seltenen Rasse «Saaser Mutten» wird bis ins italienische Grenzgebiet ausgeweitet. Bei den Züchtern sowie der Stiftung Pro Specie Rara schwindet aber die Hoffnung. Sie befürchten, dass die Tiere bereits geschlachtet wurden.

«Wir sind intensiv am Suchen», sagte Züchter Herbert Zurbriggen am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Man tappe aber leider immer noch im Dunkeln. Die Suche ist ein Wettlauf gegen die Zeit.

Hoffnung schwindet

«Wenn wir die Schafe in den nächsten Tagen nicht finden, müssen wir die Hoffnung aufgeben.» Von den verschwundenen Schafen gibt es nur eine kleine Spur. Bei Zurbriggen meldete sich ein Arbeiter der Kraftwerke Mattmark AG aus Saas Grund VS.

Der Arbeiter sah, wie jemand mit Hunden Schafe gegen den Pass getrieben habe, so Zurbriggen. Dieser Spur sei man sofort nachgegangen, habe aber nichts gefunden. Der Züchter bestätigte damit einen Bericht der Zeitung «Walliser Bote» und von Radio Rottu.

Es gebe den Ofentalpass, den Monte Moro, den Antrona- und den Mondellipass. Eine Ironie der Geschichte, denn die Pässe im Saastal - vor allem Antrona-, Ofentalpass Monte Moro - dienten früher vielen als Schmugglerwege.

40'000 Franken Schaden

Herbert Zurbriggen aus Saas Grund schliesst nicht aus, dass die mutmasslichen Diebe die Schafe mehrmals in kleinen Gruppen über einen der Pässe getrieben haben könnten. Der Züchter schätzt die Schadenssumme auf etwa 40'000 Franken, was ungefähr 400 Franken pro Tier bedeutet.

Die betroffenen Züchtern haben bereits bei der Polizei in der Schweiz und Italien Anzeige erstattet. Die Kantonspolizei Wallis machte auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA am Donnerstag keine Angaben zum Fall.

Grosse Solidaritätswelle

Für die Züchter sei das emotional und monetär ein schwerer Verlust. Damit gehe aber auch genetische Vielfalt verloren. Dass die Tiere in Norditalien weiter gehalten werden können, hält Ammann für unwahrscheinlich.

Im Gegensatz zu den dort heimischen Bergamaskerschafen ist ungefähr ein Drittel der Saaser Mutten gefleckt. Damit würde der Diebstahl sofort auffallen. Amman betonte, dass man sich nun umso mehr für den Erhalt der Saaser Mutten einsetzen werde.

Bei Pro Specie Rara hätten nach den Medienberichten zahlreiche Leute angerufen, die mithelfen wollen oder nach der Möglichkeit von Patenschaften gefragt hätten. Das sei bei aller Tragik ein aufmunternder Nebeneffekt.

(sda)

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