Aktualisiert 05.10.2004 08:58

Gestresste Lehrer rauchen mehr

Je stärker sich Lehrer bei ihrer Arbeit gestresst fühlen, desto mehr rauchen sie. Diesen Zusammenhang zeigt eine am Dienstag veröffentlichte Studie der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme.

Die SFA fordert zusammen mit dem Lehrerverband rauchfreie Schulen.

Bei den täglich rauchenden Lehrkräften konnte die Studie einen klaren Zusammenhang zwischen Arbeitsüberforderung und der Anzahl gerauchter Zigaretten feststellen - je mehr die Lehrkraft sich durch die Arbeit belastet fühlt, umso mehr raucht sie. Insgesamt rauchen laut der Studie rund 20 Prozent der Lehrkräfte täglich. Dieser Wert liegt zwar klar unter dem schweizerischen Durchschnitt, angesichts der Vorbildfunktion der Lehrerinnen und Lehrer sei er aber trotzdem bedenklich.

Beobachtung und Nachahmung von Rollenmodellen hätten nämlich einen entscheidenden Einfluss auf das Rauchen bei Jugendlichen. «Die Vorbildfunktion der Lehrer sollte nicht unterschätzt werden», sagte SFA-Medienbeauftragte Janine Messerli. Rauchende Lehrer auf dem Pausenplatz oder verrauchte Lehrerzimmer seien schlechte Vorbilder. Die SFA sowie auch der Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH) fordern daher eine komplett rauchfreie Schule. Die meisten Menschen würden in jungen Jahren mit dem Rauchen anfangen, sagte Messerli weiter. Zudem sei die Gefahr einer langen Abhängigkeit umso grösser, je früher mit dem Rauchen angefangen werde.

Befragt wurden für die zum zweiten Mal durchgeführte Studie insgesamt 577 in der fünften bis neunten Klasse tätigen Lehrer, wo die Unterrichteten zwischen elf und 16 Jahre alt sind. (dapd)

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