Gestresste Passanten lassen Frust an Bahnhofbüezern aus
Aktualisiert

Gestresste Passanten lassen Frust an Bahnhofbüezern aus

Wenn Leute ihrem Frust über das Bahnhofplatz-Chaos Luft machen, müssen oft die Büezer
als Sündenböcke herhalten. Mit Beginn der Intensivbauphase ab Sonntag dürfte sich die Lage noch verschärfen.

Die Arbeiter beim Bahnhofplatz haben derzeit keinen leichten Job: Sie müssen ihren Kopf hinhalten, wenn sich Passanten über das Bahnhofplatz-Chaos aufregen. «Die Leute sind nervös und gestresst», sagt Bashkim Hoxha vom Verkehrsdienst. «Einer sagte mir sogar ‹Läck mer am A...›.» Selbst die Angestellten der Velostationen dienen öfter als Blitzableiter: «Bei uns schimpft etwa jeden zweiten Tag jemand über die Stadt und das Bahnhofplatz-Chaos», sagt Sprecher Stephan Hirschi. Auch Bauarbeiter mussten sich in den letzten Wochen beleidigen und anpöbeln lassen. «Es gab Fälle, in denen Passanten ihren Frust an diesen Arbeitern ausgelassen haben», bestätigt Umbau-Projektleiter Patric Schädeli vom Tiefbauamt.

Wenn der Bahnhofplatz am Sonntag komplett für den Verkehr geschlossen wird, dürften sich die Schimpftiraden noch weiter häufen. Für Baudirektorin Regula Rytz ist das untragbar: «Die Arbeiter machen auch nur ihren Job.» Sie appelliert an die Bevölkerung, den Ärger nicht an diesen Leuten auszulassen. Stattdessen sollen sich Betroffene direkt an die Bauleitung wenden.

Lorenz Hanselmann

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