Aktualisiert 25.12.2007 09:11

Gestürzter Präsident will Berater werden

Zwei Tage nach dem Wahlsieg seiner Anhänger hat der im September 2006 vom Militär gestürzte thailändische Ministerpräsident Thaksin Shinawatra seine Rückkehrpläne bekräftigt.

Vor Journalisten sagte Thaksin in Hongkong, er wolle irgendwann zwischen Februar und April nach Thailand zurückkehren.

Der schwerreiche Geschäftsmann betonte, er wolle zwar in die Politik zurückkehren, aber wie ein «normaler Bürger» leben. Er könne es sich vorstellen, für den Wahlsieger People's Power Party als Berater zu arbeiten. Er werde beweisen, dass die vom Militär vorgebrachten Korruptionsvorwürfe gegen ihn haltlos seien, sagte Thaksin.

Bei den Parlamentswahlen am Sonntag hatte die People's Power Party (Volksmacht-Partei/PPP) seiner Anhänger aus dem Stand 232 der 480 Mandate errungen. Die PPP war nach dem Militärputsch gebildet worden.

Der PPP-Vorsitzende Samak Sundaravej machte am Sonntagabend seinen Anspruch auf das Amt des Ministerpräsidenten geltend. Dies sei das Ende der Militärherrschaft, betonte er. Die Stimmen für seine Partei seien eine Antwort an die Adresse der Militärs, die vor 15 Monaten Premierminister Thaksin gestürzt hatten.

Er wolle mit anderen Parteien über eine Koalition verhandeln, sagte Samak. Am Montag erklärte PPP-Generalsekretär Surapong Suebwonglee, die Partei habe genügend Unterstützung von kleineren Parteien, um die Regierung zu bilden, nannte aber die Partner nicht namentlich.

Analysten äussersten sich jedoch skeptisch, ob es der PPP gelingen wird, eine Koalition zu bilden. In jedem Fall sei mit einer schwachen und vermutlich kurzlebigen Koalitionsregierung zu rechnen.

Militär schweigt, USA gratulieren

Unklar ist, wie das Militär auf den PPP-Erfolg reagieren wird. Thaksin, der zurzeit in Hongkong weilt, will am 14. Februar nach Thailand zurückkehren. Gegen ihn laufen in seiner Heimat Klagen wegen Korruption.

Die US-Regierung begrüsste den Verlauf der Parlamentswahlen. «Wir gratulieren dem thailändischen Volk zu diesem entscheidenden Schritt, um zu einer gewählten Regierung zurückzukehren», teilte ein Sprecher des US-Aussenministeriums mit. Die US-Regierung rufe alle Seiten auf, das Ergebnis der Abstimmung anzuerkennen. (sda)

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