«Schuldensanierung»: Gesuchter Schweizer Betrüger verhaftet
Aktualisiert

«Schuldensanierung»Gesuchter Schweizer Betrüger verhaftet

Die Polizei hat im spanischen Torremolinos einen 45-jährigen Schweizer Betrüger verhaftet, der die Notlage Verschuldeter ausgenutzt hatte.

Dem verhafteten Schweizer werden mindestens 350 Vermögensdelikte mit einer Deliktsumme von rund einer halben Millionen Franken vorgeworfen. Das Auslieferungsverfahren ist eingeleitet worden, wie die Zürcher Kantonspolizei am Donnerstag mitteilte.

Die Verhaftung erfolgte am vergangenen Dienstag. Dem Festgenommenen werden gewerbsmässiger Betrug und Geldwäscherei sowie Sachentziehung vorgeworfen. Bereits in den Jahren 2002 und 2006 war er wegen Vorschuss- beziehungsweise Kreditbetrügerien zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Die Verhaftung erfolgte gestützt auf umfangreiche Ermittlungen der Zürcher Kantonspolizei in Zusammenarbeit mit der Zürcher Staatsanwaltschaft II, dem Untersuchungsrichteramt in Bern und den spanischen Behörden.

Statt Schuldensanierung weitere Verluste

Laut den Ermittlungen hat der Mann ab Februar 2008 in Schweizer Gratiszeitungen inseriert und unter verschiedenen Firmennamen Schuldensanierungen und ab August 2008 auch Kredite angeboten. Nachdem mit den Interessenten Verträge abgeschlossen worden waren, musste zur Auslösung des Kredits beziehungsweise der Schuldensanierung zuerst eine Gebühr geleistet werden. Dem Kunden wurde in Aussicht gestellt, dass ihre Schulden bei den Gläubigern ratenweise bezahlt würden. Eine Weiterleitung von Geldern erfolgte in den meisten Fällen jedoch nicht. Auch Kreditsummen wurden nach Bezahlung der Vorschussgebühr entgegen den Zusicherungen nicht an die Kunden überwiesen.

Namen der Opfer angenommen

Der 45-Jährige sei nie persönlich in Erscheinung getreten und habe ausschliesslich telefonisch Kontakt mit den Kreditnehmern aufgenommen. Er habe sich hinter wechselnden Firmennamen versteckt und administrative Belange durch Bürodienstleistungsbetriebe erledigen lassen. Dieser Umstand habe es ihm ermöglicht, seine Geschäfte ab Juli 2008 von Spanien aus zu steuern: der Angeschuldigte sei auch nicht davor zurückgeschreckt, sich der Namen einiger seiner Geprellten zu bemächtigen. Unter einem Vorwand habe er sich die Originale ihrer Ausweispapiere zukommen lassen und sie nicht mehr zurückgeschickt. (dapd)

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