Erholung: Gesunder Schlaf für mehr Power

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ErholungGesunder Schlaf für mehr Power

Wenig schlafen und trotzdem voll in Form sein, ist längerfristig eine Illusion. Mindestens sieben Stunden sollten es immer sein.

von
Gabriel Aeschbacher
Am Anschlag: Wer nicht mindestens sieben Stunden am Stück schläft, gefährdet seine Gesundheit. (Bild: Fotolia)

Am Anschlag: Wer nicht mindestens sieben Stunden am Stück schläft, gefährdet seine Gesundheit. (Bild: Fotolia)

Bekannt ist, dass der Mensch rund einen Drittel seines Lebens schlafend verbringt. Damit man den Arbeitsalltag fit bestreiten kann, sind – je nach Alter – mindestens sieben Stunden Schlaf die Grundvoraussetzung. Einer, der diese Einschätzung nur bedingt teilt, ist Rohstoffhändler Stefan O.*. Zu fast jeder Tages- und Nachtzeit studiert er die Börsen an allen möglichen Schauplätzen der Welt. An Schlaf ist da fast nie zu denken. «Sind es fünf Stunden am Stück, ist das viel», sagt der Mittdreissiger.

Dr. Jürg Schwander, Schlafspezialist und Leiter der Kliniken für Schlafmedizin in Bad Zurzach und Luzern, findet nicht gut, wie der Finanzberater mit seinen Ressourcen umgeht. «Wenn die fünf Stunden dem ganzen Schlaf über 24 Stunden entsprechen, ist dieses Schlafverhalten problematisch», sagt der Mediziner und schiebt nach, dass es eine Frage der Zeit sei, bis sich bei Stefan O. massive gesundheitliche Probleme einstellen würden. Diese könnten von Konzentrationsstörungen bis hin zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen reichen.

Und Stefan O.? Er sagt, dies alles töne schön und recht, aber die Zwänge seines Jobs liessen ihm im Moment keine andere Wahl. Dennoch denkt er in jüngster Zeit darüber nach, sich beruflich neu zu orientieren. Denn auch er hat gemerkt, dass ihn seine Arbeit zusehends auslaugt – und die tollen finanziellen Privilegien für ihn nicht mehr das Ein und Alles sind. Gemäss Dr. Max Müller ein Schritt in die richtige Richtung, «denn wer die Signale seines Körpers ignoriert, setzt seine Gesundheit aufs Spiel!», lässt der Mediziner unmissverständlich verlauten.

Erneut konfrontiert mit den Aussagen des Arztes, will Stefan O. nun endlich handeln: Sein Kündigungsschreiben hat er bereits aufgesetzt, die Jobsuche ist intensiviert. Bestärkt ist er in seinem Handeln aber auch von einem Kollegen, der neulich mit nicht weiter definierbaren Schmerzen im Brustbereich hospitalisiert worden ist. «Man soll den Teufel nicht an die Wand malen», sagt Stefan O., «aber ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Kollege zu viel gearbeitet hat». Was auf der Hand liegt, arbeitet besagter Kollege ebenfalls im Finanzsektor – und ist mindestens so häufig auf Achse wie Stefan O. Entgegen kommt ihm, dass er – im Gegensatz zu einigen seinen Kollegen – punkto Lebensstandard dem Boden geblieben ist. Er habe keine teure Wohnung, fahre keinen Sportwagen und habe auch keine Frau, die seine Nebenkosten in die Höhe treiben würden. Das komme ihn nun zu Gute, wenn es um einen neuen Job gehe, «denn ich käme auch mit weniger Geld ganz gut klar».

*Name der Redaktion bekannt

www.seminare.ch/schlafseminar-info.html

www.schlafklinik.ch

www.schlafschule.ch

Tipps für einen erholsamen Schlaf von Dr. Jürg Schwander

- Regelmässige Bettzeiten (auch am Wochenende) einhalten

- Abendritual (Spaziergang, heisses Bad) pflegen

- Keinen PC oder TV im Schlafzimmer installieren

- Abends auf scharfe oder schwer verdauliche Speisen verzichten

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