Altersforschung: Gesundes Gehirn bis ins Greisenalter
Aktualisiert

AltersforschungGesundes Gehirn bis ins Greisenalter

Das Lern- und Wissenspotenzial älterer Menschen ist grösser als allgemein angenommen. Wie gross – das wird an der Uni Zürich untersucht.

von
Alice Kohli
Lernen hält auch im hohen Alter die grauen Zellen auf Trab. (Bild: Istockphoto)

Lernen hält auch im hohen Alter die grauen Zellen auf Trab. (Bild: Istockphoto)

Die wenigsten Menschen werden im Alter dement. Trotzdem konzentriert sich ein Grossteil der Altersforschung auf Alzheimer und ähnliche Krankheiten. Nur wenig Beachtung fand in der Wissenschaft bisher das gesunde Gehirn älterer Menschen. Lange glaubte man sogar, dass das Oberstübchen ab einem gewissen Alter einrostet – sich also nicht mehr an neue Situationen anpasst. Heute ist aber klar: Selbst im hohen Alter können sich Hirnstrukturen noch verändern und es entstehen neue Verkabelungen von Nervenbahnen. «Das ist eine relativ junge Erkenntnis», bemerkt Mike Martin, Professor für Gerontopsychologie an der Universität Zürich. Er testet gemeinsam mit dem Neuropsychologen Lutz Jäncke am neu gegründeten Institut für Plastizitätsforschung (INAPIC) seit einem halben Jahr Trainingsmassnahmen, die die Lern- und Erinnerungsleistung im Alter verbessern.

«Es ist eine der wichtigsten Fähigkeiten des Menschen, mit bislang noch unbekannten Anforderungen umgehen zu können», sagt Mike Martin. Nicht nur die neuen Technologien fordern unsere Lernfähigkeit täglich aufs Neue heraus – auch eine Gesellschaft, in der immer mehr ältere Menschen leben, ist auf fitte Gehirne angewiesen.

Um besser zu verstehen, wie man auch im Alter das Gehirn jung hält, sucht das INAPIC motivierte Personen ab 60 Jahren, die an Trainingsstudien zu Motorik, Gedächtnis und Orientierung teilnehmen möchten.

www.inapic.uzh.ch

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