Aktualisiert

ZürichGesundheitsangestellte wollen bessere Löhne

Die Gesundheitsangestellten des Kantons Zürich wehren sich gegen die geplante Teilrevision des Lohnsystems. Rund 200 Personen forderten an einer Kundgebung in Zürich die Regierung auf, die Löhne des Gesundheitspersonals nach oben anzupassen.

Zur Kundgebung vor der Zürcher Finanzdirektion auf dem Walcheplatz hatte die «Aktion Gsundi Gsundheitspolitik» (AGGP) aufgerufen. Ihrer Meinung nach werden insbesondere die Fachangestellten Gesundheit (FaGe), die diplomierten Pflegefachleute sowie weitere Gesundheitsberufe mit der geplanten Teilrevision des Lohnsystems zu tief eingereiht.

Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten mit Transparenten und Trillerpfeifen auf ihre Situation aufmerksam. Auf Plakaten stand «Qualität kostet», «Ohne uns läuft nichts!» oder «Wir lassen uns nicht abwerten».

An der Kundgebung war auch Finanzdirektorin Ursula Gut (FDP) anwesend. Am Schluss überreichten ihr die Demonstrierenden zwei Rollen, auf denen der Tagesablauf einer Hebamme und einer Pflegefachfrau detailliert festgehalten war.

Neubewertung der Gesundheitsberufe

Mit der Teilrevision will die Regierung unter anderem Lohnerhöhungen, Teuerungszulagen und Einmalzulagen neu regeln. Dabei sollen der ordentliche Stufenanstieg abgeschafft und die Lohnstufen halbiert werden. Die Regierung will die Regelung im Januar 2010 in Kraft setzen. Vorher muss aber noch der Kantonsrat Ja sagen.

Die Regierung sei bei der Neubewertung der Gesundheitsberufe alles andere als sorgfältig und korrekt vorgegangen, kritisierte AGGP-Vorstandsmitglied Isabel Tuor in ihrer Rede. Vielmehr habe man bei der Einstufung der verschiedenen Berufe höchst unterschiedliche Massstäbe angelegt.

Die Arbeitslast im Pflegebereich sei in den letzten Jahren stark gestiegen und müsse reduziert werden, forderte Tuor. Zugleich sei die Arbeit auch komplexer geworden. Alle Pflegeberufe müssten deshalb um eine Lohnklasse bessergestellt werden.

Mit Blick auf den prognostizierten Personalmangel im Gesundheitsbereich hielt Tuor fest, die Löhne müssten korrekt bewertet werden. Nur dann würden auch mehr Männer in der Pflege arbeiten und weniger Frauen aussteigen.

Regierungsrätin Gut stellte am Schluss der Veranstaltung in Aussicht, die Voten des Gesundheitspersonals in die Überlegungen der Regierung einfliessen zu lassen. Die Arbeit der Pflegenden sei sehr wichtig, und man nehme deren Anliegen ernst, betonte sie.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.