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Kilchberg ZHGesundheitsbeamter verärgert mit Antenne

Ausgerechnet der Generalsekretär der Gesundheitsdirektion
lässt auf seinem Hausdach eine Mobilfunkantenne errichten. Im Kindergarten nebenan fürchtet man um die Gesundheit der Kinder.

von
Deborah Sutter
Nava Bader zeigt auf das Baugesteck der geplanten Handy-Antenne.

Nava Bader zeigt auf das Baugesteck der geplanten Handy-Antenne.

Der Stein des Anstosses ist ein unscheinbarer Stab auf einem Haus in Kilchberg: Eine ausgesteckte Mobilfunkantenne, die in unmittelbarer Nähe des Vorkindergartens DoubleDecker errichtet werden soll. Auf dem Dach des Privathauses von Martin Brunnschweiler, dem Generalsekretär der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich. «Dass jemand mit einem so verantwortungsvollen Posten im Gesundheitsbereich unsere Kinder einer derart hohen Strahlung aussetzt, kann ich nicht verstehen», sagt die Schulleiterin Nava Bader. Eltern wollten ihre Kinder nicht neben einer Antenne spielen lassen, da eine intensive Strahlung ungesund sei. Auch Kantonsrätin Esther Guyer (Grüne) übt Kritik: «Es ist ein persönlicher Entscheid von Herrn Brunnschweiler; im Hinblick auf seine berufliche Funktion ist es aber nicht sensibel.»

Brunnschweiler selber sagt: «Der Internetempfang im Quartier ist schlecht, jedermann will telefonieren – nur die Antenne will niemand, also habe ich mein Dach zur Verfügung gestellt.» Dass die Strahlenschutzrichtlinien eingehalten würden, sei aber Sache der Gemeinde und der Swisscom. Wie viel ihm die Swisscom zahlt, will der Chefbeamte, der gemäss seiner Lohnklasse zwischen 165 000 und 250 000 Franken verdient, nicht sagen. Sein Chef, Regierungsrat Thomas Heiniger, teilt auf Anfrage mit: «Das ist eine private Angelegenheit von Herrn Brunnschweiler, zu der ich nicht öffentlich Stellung nehme.»

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