Zürich: Gesundheitsberufe sollen attraktiver werden
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ZürichGesundheitsberufe sollen attraktiver werden

Um dem steigenden Personalbedarf im Gesundheits- und Pflegebereich gerecht zu werden, ist an der Konferenz Berufsbildung Zürich am Dienstag ein Programm zur Nachwuchsförderung verabschiedet worden. Zudem soll die Werbung für Gesundheitsberufe intensiviert werden.

An der Konferenz nahmen Bildungsdirektorin Regine Aeppli, Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger und der Winterthurer Stadtrat Nicolas Galladé, Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Gesundheit sowie Bildung und Organisationen der Arbeitswelt (OdA) teil, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung heisst.

Nach dem Willen der Konferenzteilnehmer sollen für alle Ausbildungsniveaus genügend geeignete Bewerber gesucht werden. Das vorhandene Personal soll verstärkt gefördert und mit attraktiven Aufgaben und Perspektiven im Beruf gehalten werden.

Wieder- oder Quereinsteiger zwischen 35 und 45 Jahren sollen mit spezifischen Bildungsangeboten gewonnen werden. Die Angebote sollen national anerkannt werden. Das Profil Naturwissenschaft der Fachmittelschule wird um den Bereich Gesundheit ergänzt.

Durch aktive Information und Kommunikation sollen alle Zielgruppen - Jugendliche und junge Erwachsene, Wieder- und Quereinsteigende - angesprochen werden. Speziell beworben werden soll die um den Bereich Gesundheit ergänzte Fachmittelschule Naturwissenschaften. Gemeinsam mit dem Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) soll die internationale Anerkennung der Abschlüsse angestrebt werden.

Arbeitgeber sollen Ausbildungsbereitschaft erhöhen

Die Institutionen im Gesundheitsbereich sollen ihre Ausbildungsbereitschaft weiter verstärken und mehr Ausbildungs- und Praktikumsplätze anbieten, forderten die Konferenzteilnehmer. Auch sollen sie Konzepte zur Verbesserung der Arbeitsplatzattraktivität einführen.

Die Bildungsdirektion, die Gesundheitsdirektion und die OdA bilden eine Arbeitsgruppe, welche die Finanzierung der beruflichen Aus- und Weiterbildung im Gesundheitswesen analysiert. Dies geschehe insbesondere im Hinblick auf die veränderte Pflege- und Spitalfinanzierung und einen zweckgebundenen Einsatz des Geldes.

Verbessert werden soll zudem die kantonale Datenbasis zur Steuerung und Koordination von Bildungsmassnahmen im Gesundheitsbereich. Diese sei noch mangelhaft. Um den Mangel zu beheben, soll eine Arbeitsgruppe einen standardisierten Daten- und Informationsaustausch bis 2012 sicherstellen.

Regelung der Berufsausbildung

Die Regelung der Berufsausbildung im Gesundheitswesen wurde 2002 dem neuen Berufsbildungsgesetz des Bundes unterstellt. Im Kanton Zürich wurde daraufhin die Zuständigkeit für die Ausbildung von der Gesundheitsdirektion auf die Bildungsdirektion übertragen.

Die Reorganisation der Berufsbildung führte zur Neupositionierung bestehender und zur Schaffung von neuen Ausbildungen auf der Stufe der beruflichen Grundbildung, der Höheren Fachschule und der Fachhochschule.

VPOD will konkretere Massnahmen

Aus Sicht der Gewerkschaft VPOD gehen die Empfehlungen der Konferenz «zwar in die richtige Richtung, sind aber zu wenig konkret und zu wenig griffig». Der VPOD fordert den Kanton auf, seinen Handlungsspielraum besser zu nutzen, wie die Gewerkschaft am Dienstag mitteilte.

Der VPOD schlägt beispielsweise vor, dass der Kanton Lernenden und Studierenden auf dem zweiten Bildungsweg während der Ausbildungszeit einen existenzsichernden Lohn garantiert. (sda)

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