Aktualisiert 19.11.2019 10:47

KOF-AnalyseFür Gesundheit geben Schweizer 10'261 Fr. aus

Arztkosten, Medikamente, Pflege: Im laufenden Jahr klettern die Gesundheitskosten pro Person im Schnitt erstmals über 10'000 Franken.

von
vro/sas
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Die Gesundheitskosten steigen im Jahr 2020 weiter.

Die Gesundheitskosten steigen im Jahr 2020 weiter.

Keystone/Jean-christophe Bott
Sie werden voraussichtlich um 3,3 Prozent anwachsen.

Sie werden voraussichtlich um 3,3 Prozent anwachsen.

Keystone/Olivier Maire
Im Jahr 2021 steigen sie voraussichtlich sogar um 3,6 Prozent.

Im Jahr 2021 steigen sie voraussichtlich sogar um 3,6 Prozent.

Keystone/Christian Beutler

Die Gesundheitskosten setzen ihren unerfreulichen Wachstumskurs fort: Sie steigen im kommenden Jahr voraussichtlich um 3,3 Prozent, im Jahr darauf sogar um 3,6 Prozent. Dies zeigt eine Prognose der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich, die am Dienstag publiziert wurde.

Für das laufende Jahr rechnet die KOF mit einem Wachstum von 3,6 Prozent. Die Gründe für das Wachstum sind der wachsende Anteil der älteren Bevölkerung und die leicht steigenden Löhne. Die Ökonomen gehen aber davon aus, dass die politischen Massnahmen die Ausgebenwachstum etwas eindämmen.

Was die neuste Analyse sonst noch zeigt: Erstmals sind die Gesundheitsausgaben pro Kopf und Jahr über 10'000 Franken gestiegen. Laut den Konjunkturforschern liegen die Kosten 2019 bei voraussichtlich 10'261 Franken. Im kommenden Jahr dürften sie sogar auf 10'502 Franken klettern, ein Anstieg um 3,3 Prozent. Und fürs 2021 gehen die Experten sogar von 10'774 Franken pro Person aus, sofern die Entwicklung nicht gebremst werden kann.

Kosten für Langzeitpflege steigen

Insgesamt dürften sich die Kosten in den ambulanten Kategorien in den kommenden Jahren stärker entwickeln als in den stationären Bereichen. Zu den ambulanten Leistungserbringern

zählene auch Psychotherapeuten, Physiotherapeuten und Spitex. Da die Zahl pflegebedürftiger Menschen weiter steigen wird, ist anzunehmen, dass die Kategorie «Langzeitpflege» auch künftig wächst.

Nicht berücksichtigt haben die KOF-Prognostiker die 10 Milliarden-Warnung des Krankenkassenverbandes Santésuisse. Laut Santésuisse sind hauptsächlich neue, teure Gentherapien wie Kymriah von Novartis (1 Milliarde Franken mehr pro Jahr), der neue Tarif für ambulante Leistungen der Ärzte und Spitäler (2,5 Milliarden Franken mehr) und steigende Pflegekosten für den Kostenschub verantwortlich. Comparis-Krankenkassenexperte Felix Schneuwly weist darauf hin, dass die KOF nur Mehrkosten berücksichtigt, die bereits beschlossen sind.

Zahl der Angestellten steigt und steigt

Laut KOF entwickelt sich der Gesundheitssektor zu einem immer wichtigeren Zweig der Schweizer Wirtschaft. Im Jahr 2017 waren im Gesundheitswesen 281'590 Personen tätig (gerechnet in Vollzeitstellen). Der Anteil der Beschäftigten im Gesundheitswesen an der Gesamtbeschäftigung isnt von 4,8 Prozent im Jahr 1992 auf 7,3 Prozent im Jahr 2017 gestiegen.

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