Aktualisiert 17.06.2019 14:29

Prognose

Gesundheitskosten steigen um drei Prozent

Die Atempause bei der Entwicklung der Krankenkassenprämien ist vorbei. Der Krankenkassenverband Santésuisse rechnet mit drei Prozent Kostenwachstum.

von
rkn
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Die Krankenkassenprämien dürften in den kommenden Jahren wieder stärker steigen, denn die Kosten wachsen.

Die Krankenkassenprämien dürften in den kommenden Jahren wieder stärker steigen, denn die Kosten wachsen.

Keystone/Christian Beutler
2019 und 2020 werden die Gesundheitsausgaben um je drei Prozent steigen, schätzt Santésuisse.

2019 und 2020 werden die Gesundheitsausgaben um je drei Prozent steigen, schätzt Santésuisse.

Keystone/Christian Beutler
Physiotherapie und Spitexbereich gehören dabei zu den grössten Kostentreibern.

Physiotherapie und Spitexbereich gehören dabei zu den grössten Kostentreibern.

Keystone/Christian Beutler

2019 und 2020 werden die Gesundheitsausgaben um je drei Prozent steigen. Das besagt eine Schätzung von Santésuisse, der Branchenorganisation der Schweizer Krankenversicherer. Nachdem die Prämien in den vergangenen zwei Jahren etwas weniger stark gewachsen sind, sei die «Atempause für die Prämienzahler zu Ende», heisst es in einer Mitteilung. Die Schätzung deckt sich mit einer Prognose des Vergleichsdiensts Comparis, die ebenfalls ein Wachstum von drei Prozent voraussagt.

Gemäss der Analyse von Santésuisse droht in mehreren Bereichen ein überdurchschnittlich starkes Wachstum: In der Physiotherapie erwartet der Verband wegen der Zunahme der Anzahl Physiotherapeuten und der Anzahl Behandlungen ein gleichbleibend hohes Wachstum von sechs Prozent.

Auch im Spitexbereich sei mit höheren Kosten zu rechnen. Statt in Pflegeheimen werden ältere Menschen vermehrt zu Hause betreut, deshalb werde hier ein Kostenwachstum von sechs Prozent erwartet.

Mehr Labortests

Im Laborbereich sei der Trend ebenfalls «besorgniserregend». Weil medizinische Labordiagnostik immer zahlreicher durchgeführt werde, erwartet Santésuisse hier einen Kostenanstieg von fünf Prozent.

Für den ambulanten Spitalbereich werde für das laufende und das kommende Jahr mit einer Kostensteigerung von fünf Prozent gerechnet. Auch bei den Medikamenten sei in den kommenden zwei Jahren mit einem Kostenwachstum von mehr als drei Prozent zu rechnen.

Pauschalen gefordert

Laut Santésuisse könnte es sogar noch schlimmer kommen: So fürchtet der Verband, dass der Ausbau der Pflege, neue, teure Medikamente und ein neuer ambulanter Ärztetarif die Prämien noch weiter hochtreiben könnten.

Um die ausufernden Prämien einzudämmen, verlangt Santésuisse Massnahmen wie etwa einen jährlichen Auslandpreisvergleich für Medikamente, Pauschalpreise statt Einzelleistungstarife sowie kantonsübergreifende Koordination des medizinischen Angebots.

Weil die Leistungskosten in den vergangenen Jahren weniger stark anstiegen als prognostiziert, wollen einige Versicherer mit besonders hohen Reserven freiwillig Rückzahlungen vornehmen. Laut Santésuisse belaufen sich die Reserven über alle Krankenversicherer gesehen derzeit auf rund 850 Franken pro versicherte Person.

Gesundheitskosten steigen um drei Prozent

Die Atempause bei der Entwicklung der Krankenkassenprämien ist vorbei. Der Krankenkassenverband Santésuisse rechnet mit drei Prozent Kostenwachstum.
(Video: SDA)

(rkn/sda)

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