Im Hungerstreik - Gesundheitszustand von Nawalny verschlechtert sich
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Im HungerstreikGesundheitszustand von Nawalny verschlechtert sich

Alexei Nawalny geht es offenbar im Straflager immer schlechter. Nun wurde er mit Anzeichen einer Atemwegserkrankung in eine medizinische Abteilung verlegt.

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Der Kreml-Kritiker befindet sich in einem Straflager im Hungerstreik, weil ihm die Gefängnisaufsicht keine angemessene Behandlung seiner Rücken- und Beinschmerzen zuteil werden lasse. Nun kommt noch Fieber hinzu. 

Der Kreml-Kritiker befindet sich in einem Straflager im Hungerstreik, weil ihm die Gefängnisaufsicht keine angemessene Behandlung seiner Rücken- und Beinschmerzen zuteil werden lasse. Nun kommt noch Fieber hinzu.

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Darum gehts

  • Dem Kreml-Kritiker Alexei Nawalny geht es gesundheitlich schlechter, er hat zusätzlich Fieber.

  • Mitgefangene seien wegen Tuberkulose ins Spital gebracht worden.

  • Den Hungerstreik will er trotz der neuen Situation fortsetzen.

Der Gesundheitszustand des russischen Oppositionellen Alexei Nawalny hat sich in der Haft offenbar weiter verschlechtert. In einem Instagram-Post schrieb der 44-Jährige, dass er an starkem Husten leide und 38,1 Grad Fieber habe. Bei drei von 15 Insassen in seiner Zelle sei Tuberkulose festgestellt worden. Wenig später meldete die Zeitung «Iswestija» unter Berufung einer Erklärung des staatlichen Strafvollzugs, dass Nawalny in die Sanitäreinheit der Haftanstalt verlegt worden sei, nachdem bei ihm «Anzeichen einer Atemwegserkrankung, darunter hohes Fieber» registriert worden seien.

Behandlung verweigert

Am Mittwoch begann Nawalny aus Protest einen Hungerstreik, weil ihm die Gefängnisaufsicht keine angemessene Behandlung seiner Rücken- und Beinschmerzen zuteil werden lasse. Schon vor dem Start seiner Aktion hatte er laut seinem Team massiv abgenommen. Beschwert hat sich der Oppositionspolitiker auch über die Weigerung der Aufsicht, ihm richtige Medikamente zu geben und Besuche seines Arztes zuzulassen. Dass Wärter nachts stündlich seine Zelle kontrollierten, komme Schlafentzug gleich, klagte er zudem.

In dem ihm eigenen, bissigen Humor schrieb Nawalny auch auf Instagram, dass er und andere Insassen sich im Straflager eine Mitteilung zur Tuberkuloseprävention durchgelesen hätten. Darin sei die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung betont worden. Nur stehe der Rat in scharfem Kontrast zur Gefängnisration aus «klebermässigem Haferschleim und gefrorenen Kartoffeln».

Von Giftanschlag erholt

Nawalny wurde am 17. Januar nach seiner Rückkehr aus Deutschland verhaftet. Er war in Deutschland fünf Monate wegen eines Anschlags mit einem Nervengift behandelt worden, für den er den Kreml verantwortlich machte. Der Kreml hat das zurückgewiesen. Seine Festnahme bei der Rückkehr wurde offiziell damit begründet, dass er mit seiner Ausreise nach Deutschland gegen Bewährungsauflagen verstossen habe. Diese stammten von einer Verurteilung wegen Veruntreuung aus dem Jahr 2014, die Nawalny als erfunden und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte als rechtswidrig eingestuft hatte. Nawalny wurde nach seiner Rückkehr zu zweieinhalb Jahren Gefängnis wegen des Verstosses gegen Bewährungsauflagen verurteilt.

(AP/pco)

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