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Open Air FrauenfeldGetötete Delphine K. (24) – Familie zieht Fall weiter

Das Obergericht hat den Bauchef des Open Air Frauenfeld und einen Helfer freigesprochen. Der Vater der getöteten Helferin will den Fall nun ans Bundesgericht weiterziehen.

von
mlü
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Am 10. Juli 2012 zog in der  Region Frauenfeld ein starkes Gewitter mit heftigen Sturmböen auf. Zwei Personen wurden von Zeltstangen des Openair Frauenfeld verletzt, eine von ihnen war Delphine K. Die 24-Jährige erlag wenig später Ihren schweren Verletzungen

Am 10. Juli 2012 zog in der Region Frauenfeld ein starkes Gewitter mit heftigen Sturmböen auf. Zwei Personen wurden von Zeltstangen des Openair Frauenfeld verletzt, eine von ihnen war Delphine K. Die 24-Jährige erlag wenig später Ihren schweren Verletzungen

Der Sturm machte diverse Zelte und Einrichtungen dem Erdboden gleich.

Der Sturm machte diverse Zelte und Einrichtungen dem Erdboden gleich.

Nach dem Sturm herrschte auf dem Openair-Gelände ein Bild der Verwüstung.

Nach dem Sturm herrschte auf dem Openair-Gelände ein Bild der Verwüstung.

newspictures.ch

Der Bauchef des Open Air Frauenfeld und ein freiwilliger Helfer wurden vom Obergericht freigesprochen, wie die «Thurgauer Zeitung» berichtet. Die beiden mussten sich wegen des Todes von Delphine K. vor Gericht verantworten. 2012 war die 24-jährige Thurgauerin bei den Aufräumarbeiten während eines Unwetters tödlich von einer Zeltstange getroffen.

Im Dezember hatten bereits die Richter des Bezirksgerichts Frauenfeld die beiden Angeklagten freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft und die Familie akzeptierten das Urteil jedoch nicht und gingen in Berufung.

Entschädigung für Bauchef und Helfer

Die Berufung ist unbegründet, wie es im Urteilsdispositiv des Obergerichts heisst. Die beiden Angeklagten seien mit 30'000 Franken zu entschädigen. Delphine K.s Familie fordert ihrerseits Schadensersatz sowie eine Genugtuung. Sie wird vom Obergericht auf den Zivilweg verwiesen.

Die Staatsanwaltschaft forderte dagegen vor beiden Instanzen, dass der Bauchef wegen fahrlässiger Tötung zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse zu verurteilen sei. Der Bauchef sei verantwortlich für die Sicherheit der Helfer und habe es verpasst, die Helfer zu instruieren, was im Fall eines Unwetters zu tun sei. Ausserdem habe es Sturmwarnungen gegeben, die der Bauchef ignoriert habe.

Vater will den Fall weiterziehen

Der Vater von Delphine K. zeigt sich vom Urteil des Obergerichts enttäuscht. Gegenüber der «Thurgauer Zeitung» kündigte er an, das Verfahren ans Bundesgericht weiterzuziehen: «Ich möchte Gerechtigkeit.» Der pensionierte Landwirt ist der Meinung, dass das Unwetter vorhersehbar gewesen sei. Das Openair habe kein Sicherheitskonzept gehabt und die Helfer seien nicht richtig angeleitet worden.

Das heftige Unwetter war laut Bezirksgericht jedoch nicht vorhersehbar. Somit gab es keinen Schuldigen dafür, dass Delphine von einer herumfliegenden Zeltstange getroffen wurde und ein weiterer Helfer schwer verletzt wurde.

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