Getöteter Taxifahrer: Mutter des Täters warnte Behörden
Aktualisiert

Getöteter Taxifahrer: Mutter des Täters warnte Behörden

Zu den Hintergründen der Tötung eines Taxifahrers in Wetzikon ZH am 16. September gilt ein Informationsstopp. Unterdessen sagte die Mutter des Täters, sie habe die Behörden gewarnt.

An einer Medienkonferenz informieren kommende Woche Justiz und Polizei über ihre Erkenntnisse zum Fall.

Klar ist, dass die Verhaftungsverfügung des Obergerichts am 31. August im Fahndungssystem «Ripol» ausgeschrieben wurde. Dennoch geschah nichts bis zum Tötungsdelikt am 16. September. Weshalb, werde jetzt geprüft, sagte Obergerichtspräsident Rainer Klopfer am Freitag vor den Gerichtsberichterstattern.

Das Bezirksgericht Meilen hatte den mehrfach vorbestraften Mann Anfang September aus einem fürsorgerischen Freiheitsentzug aus einer Klinik entlasssen, ohne zu wissen, dass er zur Verhaftung ausgeschrieben war.

Laut Klopfer stand dahinter nicht eine Unterlassung des Bezirksgerichts. Der dortige Zivilrichter habe aufgrund von Bestimmungen in Sachen Datenschutz und Amtsgeheimnis gar kein Recht gehabt, die strafrechtlichen Akten des Obergerichts einzusehen.

Dass in den letzten Tagen verschiedene Amtsstellen selbstständig und ohne Absprache untereinander den Medien Informationen lieferten, habe die Aufklärung der Hintergründe erschwert, sagte Klopfer. Man recherchiere, was schief gelaufen sei, und werde die Ergebnisse am kommenden Donnerstag oder Freitag den Medien darlegen. Bis dahin dürfe keine Amtsstelle mehr Auskunft geben.

Mutter: Sohn war «nicht mehr beieinander»

Gegenüber dem Privatsender «Radio 24» erzählte am Freitag die Mutter des mutmasslichen Täters, sie habe die Behörden und die Psychiatrische Klinik eindringlich gewarnt. Ihr Sohn sei «nicht mehr beieinander» gewesen. Sie habe gemerkt, dass das «nicht nur ein Absturz» gewesen sei. Der Mann war schon früher nach Drogen-und Alkoholkonsum immer wieder sehr aggressiv.

(sda)

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