Aktualisiert 07.06.2012 17:11

Strenges Trinkregime«Getränkeverbot? Dann werf ich mein Ticket weg»

Das Festival Touch The Air verbietet jegliche Getränke mitzunehmen. Dies sorgt für eine Welle der Empörung. Andere Veranstalter haben dafür kein Verständnis und sprechen Klartext.

von
A. Müller/F.Burch

Nicht einmal PET-Flaschen dürfen am Touch The Air in Wohlen aufs Gelände genommen werden: Das Getränke-Regime sorgt bei den Openair-Besuchern für Empörung (siehe Kommentare unten). Doch auch die Veranstalter anderer grosser Schweizer Festivals haben dafür kein Verständnis: «Für uns geht das eindeutig zu weit. Man kann den Leuten doch nicht verbieten, beispielsweise ihre Sojamilch mitzunehmen», sagt Gurtenfestival-Chef Philippe Cornu. Mit der 3-Liter-Regel habe man seit Jahren eine für alle Seiten akzeptable Lösung gefunden. An dieser werde nicht gerüttelt.

«Selber mitgebrachte Getränke gehören zum Festival-Feeling einfach dazu», betont auch Sabine Bianchi vom Openair St. Gallen. So ist es im Sittertobel gar erlaubt, 10-Liter-Bierfässer auf das Festivalgelände mitzunehmen.

Es geht ums Geld

Klartext sprechen auch die Organisatoren des Openair Frauenfeld: Bei so einer restriktiven Getränkeregel gehe es nur darum, mehr Geld zu verdienen. Die Begründung mit kürzeren Wartezeiten bei den Eingängen kann Sprecher Joachim Bodmer nicht nachvollziehen. «Mehr Verbote bedeuten zusätzliche Kontrollen, eher das Gegenteil ist also der Fall.»

Die Meldung des totalen Getränke-Verbots sorgte für zahlreiche, teils empörte Kommentare bei den 20-Minuten-Online-Lesern. User Rico Stinson schreibt: «Einfach nur traurig. Niemals würde ich ein solches Festival besuchen.» Für Ueli ist die Massnahme «Abzocke pur» und Mister B. macht gar einen Aufruf: «Boykott! Habe mein Ticket bereits zerrissen und werde ein anderes Openair besuchen.»

«Gewinn nur mit Getränken möglich»

Leser Peter Zahnd hingegen findet es richtig, dass die Getränke nur auf dem Festivalgelände gekauft werden können. «Schliesslich müssen ja auch die Bands und die Organisation finanziert werden.» Und Sophie schreibt: «Das habt ihr nun davon, dass ihr sämtliche Musik gratis über Youtube oder wo auch immer hört, statt CDs zu kaufen.»

Mitnahmeverbot hin oder her: Für die Veranstalter der grossen Openairs sind die Einnahmen aus dem Getränkeverkauf überlebenswichtig. Festival-Ikone Philippe Cornu sagt, was für viele Festivals gilt: «Erst mit diesen Einnahmen können wir überhaupt einen Gewinn erzielen, den wir für schlechtere Zeiten brauchen.»

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