Geträumt wird erst ab 2009
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Geträumt wird erst ab 2009

Der Flugzeughersteller Boeing kann sein neues Modell B787 «Dreamliner» nicht mehr in diesem Jahr an erste Kunden ausliefern.

Wegen Schwierigkeiten mit dem Zusammenbau der von zahlreichen Firmen aus aller Welt zugelieferten Flugzeugteile könnten die Auslieferungen voraussichtlich erst Anfang 2009 beginnen, erklärte der Konzern am Mittwoch in Seattle.

Der Erstflug der B787 wurde nach Angaben von Boeing von März auf voraussichtlich Juni verschoben. Die neuerliche Verzögerung des Programms werde keine signifikanten Auswirkungen auf die Gewinnerwartungen im laufenden Jahr haben, betonte der Airbus-Konkurrent. Prognosen für 2009 will Boeing erst Ende April abgeben.

Der weitgehend aus leichten Verbundwerkstoffen hergestellte «Dreamliner» erleidet damit schon die dritte Verzögerung. Erst im Oktober hatte Boeing den Termin für die Auslieferung der ersten Maschine an die japanische Gesellschaft All Nippon Airways wegen der Produktionsprobleme um sechs Monate auf Ende 2008 verschieben müssen. Boeing setzt grosse Hoffnungen in die 787: Das erste neue Flugzeugmodell des US-Konzerns seit 1995 soll 20 Prozent weniger Treibstoff als herkömmliche Maschinen aus Aluminium verbrauchen. Zumindest nach der Zahl der Bestellungen ist das Flugzeug bereits ein grosser Erfolg.

Carson verteidigt grundlegendes Design

Boeing-Chef Scott Carson versicherte: «Das grundlegende Design und die Technologien der 787 sind nach wie vor einwandfrei.» Probleme gibt es aber offenbar mit der Arbeit der Zulieferer. Carson spielte auf Erfahrungen an, die Boeing im eigenen Werk gemacht habe «bei der Fertigstellung der Produktionsarbeit am Flugzeug, die ursprünglich von unseren Zulieferern erledigt werden sollte».

Boeing-Vizepräsident und 787-Projektmanager Pat Shanahan sagte: «Wir haben grosse Fortschritte bei der Reduzierung von Engpässen bei den Bauteilen gemacht, die Verfügbarkeit von Bolzen verbessert und Meilensteine bei statischen Tests und Systemtests erreicht. Wir konzentrieren uns darauf, dass die 787 fliegt, zugelassen und an unsere Kunden ausgeliefert wird.»

Boeing steht mit den Verzögerungen bei der Entwicklung eines neuen Flugzeugtyps nicht allein. Der grösste Konkurrent auf dem Weltmarkt für Passagierjets, Airbus, hat ähnliche Erfahrungen mit der A380 machen müssen. Der Superjumbo kam 18 Monate verspätet zu den ersten Kunden. (dapd)

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