Aktualisiert 23.01.2020 17:42

Dreck-WasserGewässerverschmutzung wegen Öko-Heizungen

Die Gewässerverschmutzung im Kanton Luzern erreichte 2019 ein trauriges Hoch. Übeltäter ist ausgerechnet Schlamm aus den Bohrungen für Erdsondenheizungen.

von
nke
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Die Luzerner Polizei registrierte 88 Fälle von Gewässerverschmutzung im Jahr 2019. Das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Luzerner Polizei registrierte 88 Fälle von Gewässerverschmutzung im Jahr 2019. Das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr.

Luzerner Polizei
Die Zahl liegt deutlich über dem Durchschnitt von 74 Fällen in den Jahren 2012 bis 2018.

Die Zahl liegt deutlich über dem Durchschnitt von 74 Fällen in den Jahren 2012 bis 2018.

Luzerner Polizei
Für 21 Fälle war die Landwirtschaft verantwortlich. Wie hier die Einleitung von Gülle in einen Bach in Malters.

Für 21 Fälle war die Landwirtschaft verantwortlich. Wie hier die Einleitung von Gülle in einen Bach in Malters.

Luzerner Polizei

Für die Gewässer im Kanton Luzern war 2019 ein hartes Jahr, denn es kam zu überdurchschnittlich vielen Fällen von Gewässerverschmutzung. Ganze 88 Fälle registrierte die Luzerner Polizei. Die Zahl liegt deutlich über dem Durchschnitt von 74 Fällen in den Jahren 2012 bis 2018. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Anzahl Verschmutzungen um sechs Prozent. Acht Mal führte die Verschmutzung zu Fischsterben. Wie die Luzerner Staatskanzlei mitteilt, waren für das Fischsterben in zwei Fällen die Einleitung von Gülle und einmal Baustellenabwasser verantwortlich.

Verantwortlich für den Anstieg ist vor allem Industrie und Gewerbe. Während eine Verschmutzung durch die Landwirtschaft gleich häufig wie 2018 vor kam, nahmen die Verschmutzungen durch Industrie und Gewerbe mit einem Anstieg von 23 auf 33 Fälle gegenüber dem Vorjahr deutlich zu.

Starke Zunahme durch Baustellenabwasser

Innerhalb des Industriesektors ist Baustellenabwasser mit einem Anstieg von 13 auf 20 registrierte Fälle die grösste Gefahr für die Gewässer. Mehr als die Hälfte dieser Verschmutzungen entstanden durch das Eintragen von Bohrschlamm aus Erdsondenbohrungen. Solche Erdsonden werden für den Betrieb einer Wärmepumpe benötigt.

Josef Böbner, Fachbearbeiter Abwasser, Entsorgung und Risiko von der Dienststelle Umwelt und Energie (uwe), sieht den Anstieg in der regen Bautätigkeit 2019 und der Abkehr von fossilen Brennstoffen begründet: «Der trübe Schlamm aus den Bohrungen kann durch Unachtsamkeit oder einen Riss im Untergrund ins Wasser gelangen.»

Für die Baubewilligung und Kontrollen hinsichtlich Auflagen zu Umwelt- und Gewässerschutz auf den Baustellen sind die Gemeinden zuständig. Die uwe setzt sich gemeinsam mit dem Baumeisterverband Luzern (BVL) dafür ein, dass die Umwelt- und Gewässerschutzauflagen auf Baustellen eingehalten werden. Böbner fordert, dass die Gemeinden die Baustellen besser überwachen um Gewässerverschmutzungen zu verhindern.

Immerhin einen kleinen Erfolg konnten die Behörden verbuchen: Nur drei der 88 Fälle blieben ungeklärt. Im Vorjahr waren dies noch 15.

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