Kampagnenstart«Wir lassen keine alleine»

Gewalt und Mutterschaft stehen im Zentrum am diesjährigen internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Die Ereignisse des Tages im Liveticker.

Kampagne «16 Tage» ist gestartet. Zwischen dem Tag gegen Gewalt an Frauen und dem Tag der der Menschenrechte am 10. Dezember macht die feministische Friedensorganisation (CFD) auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam. Der Fokus liegt dieses Jahr auf Mutterschaft und Gewalt.

Deine Meinung

Mittwoch, 25.11.2020

Das war der Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen

Am 25. November fanden auf der ganzen Welt Aktionen statt, um auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen. Auch in der Schweiz gab es Kundgebungen. Das Bundeshaus in Bern leuchtet an diesem Tag orange, wie viele andere Gebäude weltweit. Im Rahmen der Aktionstage «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» finden noch bis zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember Aktionen statt.

Orange Lichter auch in Basel

Aussenministerium in Wien leuchtet orange

Zahlreiche Gebäude werden während den Aktionstagen zur Beseitigung von Gewalt an Frauen orange beleuchtet. Die Farbe Orange symbolisiert dabei eine Zukunft ohne Gewalt an Frauen. Die Farbe wurde von den Vereinten Nationen für die Orange the World-Kampagne festgelegt.

Orange Beleuchtung: Olympiastadion in Berlin

17:40

Brücke in Mainz erstrahlt in Orange

17:25

Bundeshaus wird orange beleuchtet

Das Bundeshaus in Bern ist orange beleuchtet, um auf Gewalt an Frauen aufmerksam zu machen.

Tabuthema Gewalt im Gebärsaal

Die Schwangerschaft und die Geburt sind Risikofaktoren in Beziehungen, in der Gewalt eine Rolle spielt.

Barbara Bass, Leitende Ärztin Psychosomatik an der Frauenklinik Maternité Triemli

Der Hebammenpodcast «Herztöne» veröffentlicht die Folge «Gewalt kann sich auch im Gebärsaal auswirken» zur Unterstützung der Kampagne "16 Tage gegen Gewalt an Frauen".

Den Podcast gibts hier auf Spotify.

Tabuthema Gewalt an älteren Müttern

Zum Fokusthema Gewalt gegen Mütter gehört auch die Misshandlung und Diskriminierung älterer Frauen - eine Realität, auch in der Schweiz. Die Dunkelziffer ist hoch, das Thema nach wie vor tabuisiert. Die Unabhängige Beschwerdestelle für das Alter (UBA) sensibilisiert zu Misshandlung an betagten Müttern. UBA hat 900 Beschwerdedossiers auf Formen und Risikofaktoren von Misshandlung und Vernachlässigung untersucht: Zwei Drittel der Betroffenen sind Frauen. Das Durchschnittsalter liegt bei 82 Jahren.

«Mein Babysitter hat sich an mir vergangen»

Drei Frauen haben im Oktober mit 20 Minuten über sexualisierte Gewalt, die sie erlebt haben, gesprochen. Zu ihren Berichten geht es hier.

Häusliche Gewalt an Frauen in der Schweiz

Fälle von häuslicher Gewalt in der Schweiz nahmen von 2018 bis 2019 zu. Laut dem Bundesamt für Statistik wurden im Jahr 2019 von der Polizei 19 669 Straftaten im häuslichen Bereich registriert. Die Zunahme zum Vorjahr beträgt 6,2%.

Unter den Geschädigten sind Frauen viel stärker vertreten als Männer. Frauen machten 72% aller polizeilich registrierten geschädigten Personen häuslicher Gewalt aus. Die ungleiche Verteilung der geschädigten Frauen und Männer ist besonders in der bestehenden und ehemaligen Partnerschaft ausgeprägt.

29 Tötungsdelikte wurden im Jahr 201 im häuslichen Bereich registriert. Dies entspricht knapp zwei Drittel aller polizeilich registrierten vollendeten Tötungsdelikte in der Schweiz. Die meisten dieser Tötungsdelikten ereigneten sich in einer Partnerschaft. Von 15 Tötungsdelikten wurden 14 Frauen und ein Mann getötet. «Dies bedeutet, dass rund alle 4 Wochen eine Frau innerhalb einer Partnerschaft getötet wird», schreibt das Bundesamt für Statistik.

Gewalt an Frauen in Europa

Die interaktive Karte zeigt den Anteil Frauen in Europa, die seit ihrem 15. Lebensjahr Gewalt erleben mussten. Die Daten aus der Schweiz sind darauf nicht erfasst.

12:30

«Ich bin nicht frei, solange eine andere Frau unfrei ist»

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Gewalt und Mutterschaft stehen im Zentrum am diesjährigen internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Auch in Zürich kommt es zu Aktionen

Etwa 20 Personen nahmen Teil an der Aktion der Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration auf dem Lindenplatz in Zürich. Nina Lanzi (33) war dabei: «Ich bin nicht frei, solange eine andere Frau unfrei ist, auch wenn ihre Fesseln ganz anders sind als meine eigenen», zitierte sie und andere Frauen Audre Lordes in verschiedenen Sprachen.

14:12

Solidarische Aktion vor dem Duttweiler Areal

Vor dem Bundeslager Duttweiler in Zürich versammeln sich gut 50 Personen. Die Aktivistinnen und Aktivisten halten Transparente hoch. «Wir lassen keine alleine» steht auf einem davon. Es werden Reden in unterschiedlichsten Sprachen gehalten.

Daneben gibt es Kaffe, Musik und Informationen über Migration und Gewalt an Frauen. Sie sagen am Tag gegen Gewalt an Frauen: «Wir sind vor dem Bundeslager Duttweiler um uns mit den Frauen*, Trans*, Inter* und Genderqueeren* Personen zu solidarisieren und gegen das menschenunwürdige Asylsystem zu protestieren. KEIN MENSCH IST ILLEGAL!»

Denkmal für Opfer von Femiziden in Freiburg

Die Autorin, Politikwissenschaftlerin und Speakerin Felicia Ewert weist auf Twitter darauf hin, dass trans Frauen von der Gewalt betroffen sind.

Auch Nationalrätin Regula Rytz macht auf den Start der Kampagne aufmerksam.

In Österreich werden Gebäude orange beleuchtet

Agota Lavoyer ist Beraterin und stellvertretende Leiterin bei Lantana, der Opferhilfe bei sexualisierter Gewalt.

12:00

Stille Aktion in Luzern

In Luzern kommen Gewaltopfer zu Wort. In einer stille Aktion stehen Frauen mit Aussagen von Opfern auf Plakaten in der Fussgängerzone.

Gewalt kommt der Bäckerei Wanger nicht in die Tüte

Ihr Brot und Gipfeli erhalten Kundinnen und Kunden in der Bäckerei Wanger in dieser Tüte mit der Aufschrift «Häusliche Gewalt kommt nicht in die Tüte». «Mit der Aktion möchten wir die Menschen wachrütteln», sagt Sabrina M.*(35), Verkäuferin in der Bäckerei Wanger. «Die Tüten kommen bei unserer Kundschaft gut an», so der Geschäftsführer Richard Wanger.

Mütter erleben verschiedene Formen von Gewalt, sei es zum Beispiel als Schwangere oder während der Geburt, hiess es am Dienstag an der Medienkonferenz der Kampagnenverantwortlichen. Gemeinsam mit 100 Partnerorganisationen will die CFD auf die Gewalt an Müttern und Frauen aufmerksam machen.

15 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

RjW

25.11.2020, 13:58

Aus eigener Erfahrung muss ich als Mann leider sagen, das Frauen zu Seelisch Grausamkeiten greifen und dass tut auch so weh wie geschlagen werden. Dann, wenn man Hilfe sucht, wird man ungläubig angeschaut, und das war es mit der Hilfe. Das zur Gleichstellung von Mann und Frau.

Lotta

25.11.2020, 13:49

Die psychische Gewalt ist nicht minder schlimm . Gedemütigt und beschimpft werden ist im Gegensatz zur physischen Gewalt nicht sichtbar , aber die Narben auf der Seele verblassen nicht .

Sophia

25.11.2020, 13:24

Leider wir sogar in gewissen Religionen zu Häuslicher Gewalt aufgerufen, wenn die Frau nicht das macht, was der Mann will. Leider ist das in denen Kreisen in der Schweiz an der Tagesordnung.