Aktualisiert 16.02.2005 23:09

Gewalt in der Familie ein Dauerthema

Die Beratungen bei Telefon 143 haben letztes Jahr markant zugenommen. Auffällig oft rufen Personen wegen Gewalt im familiären Umfeld oder wegen schwerwiegenden Krankheiten an.

Immer häufiger wählen verzweifelte Menschen in der Zentralschweiz die Telefonnummer 143 – vor allem wegen Problemen im engsten Familienkreis. «Das betrifft auch Drohungen und Gewalt unter Ehepartnern, Geschwistern oder auch von Jugendlichen gegen ihre Eltern», stellt Maja Wyss, Stellen- leiterin bei der Dargebotenen Hand Zentralschweiz fest. Gut 1000 Anrufe wegen Familienproblemen gab es letztes Jahr – gegenüber 400

in 2002. Total riefen 18392 Personen die Nummer 143 an (2002: 15670.

Neu registriert wurden auch vermehrt Beratungen wegen schweren Krankheiten: «Oft kommt dies aber erst im Verlauf des Gesprächs aus», so Wyss.

Die Betroffenen rufen etwa wegen finanziellen Problemen oder grossen Ängsten an. Ursache ist aber die Sorge um die Gesundheit. «Bei Invalidität macht die Angst zu schaffen, geächtet oder nicht ernst genommen zu werden. Das haben wir der Debatte um ‹Scheininvalide› zu verdanken», sagt Wyss. Die Menschen würden sich schämen und finanzielle Engpässe befürchten.

Da gerade Menschen mit akuten psychischen Problemen oft betreut und begleitet werden müssen, sollen die Beraterinnen und Berater der Dargebotenen Hand vestärkt ausgebildet werden.

(alk)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.