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Schlägereien in Montreux Gewalt überschattet Jazz Festival

Rund 300 betrunkene Festivalbesucher haben sich in Montreux wilde Schlägereien mit der Polizei geliefert. Eine Person wurde schwer verletzt.

von
kub
Heftige Auseinandersetzungen in Montreux. (Bild: Leser-Reporter)

Heftige Auseinandersetzungen in Montreux. (Bild: Leser-Reporter)

Beim Montreux Jazz Festival ist es in drei Nächten zu grösseren Auseinandersetzungen zwischen Festivalbesuchern und Sicherheitsleuten gekommen. Ein Sicherheitsmitarbeiter wurde ernsthaft verletzt. Zudem gab es grösseren Sachschaden.

Gemäss Polizeiangaben vom Sonntag gingen in den Nächten auf Samstag und Sonntag jeweils mehrere Gruppen von insgesamt rund 300 alkoholisierten Festivalbesuchern auf Sicherheitsleute und Polizisten los. Dabei flogen Flaschen, Steine und ähnliche Gegenstände. Die Randalierer verursachten grösseren Sachschaden, unter anderem auch an parkierten Autos.

Mehrere Personen erlitten leichte Verletzungen. Ein Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma, die von den Organisatoren engagiert worden war, wurde bei der Schlägerei in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag ernsthaft am Kopf verletzt und musste in ein Spital gebracht werden.

Die mit rund 70 Personen ausgerückte Polizei nahm in der Nacht von Freitag auf Samstag elf Personen, darunter zwei Minderjährige, fest. Bei der Schlägerei in der Nacht auf Sonntag wurden zehn weitere Personen vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung angeordnet.

Organisatoren überfordert

Festival-Sprecher Francesco Laratta zeigte sich von der Gewaltbereitschaft schockiert. Es sei das erste Mal in der Festivalgeschichte, dass es zu solchen Schlägereien gekommen sei. «Wir waren total perplex», sagte er der Nachrichtenagentur sda.

Die Festivalleitung werde nun die Situation analysieren. Es sei noch zu früh, um über konkrete Massnahmen zu sprechen. Laratta hofft allerdings, dass es sich um ein «einmaliges Ereignis» handle. Das Montreux-System mit Bezahl-Konzerten und Gratisangeboten werde von Tausenden geschätzt. Diese Mischung werde aber nicht in Frage gestellt, sagte er.

Schon am Donnerstag erste Schlägereien

Schon in der Nacht auf Donnerstag war es nach einem Gratis-Hip- Hop-Abend im Jazz Café zu einer grösseren Schlägerei gekommen. Mathieu Jaton, der Generalsekretär des Festivals, spielte die Bedeutung bei der Abschluss-Medienkonferenz am Freitag herunter.

Jaton erklärte, dass dies halt passieren könne. Auch wenn die Auseinandersetzung «beeindruckend» gewesen sei, so habe sie «bewältigt» werden können. Das Sicherheitspersonal sei wirksam eingeschritten. Die Organisatoren des Festivals waren am Sonntag für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar.

Am Freitagabend standen im Auditorium Stravinski mit Prince Paul, Naughty By Nature, House Of Pain, Coolio und Afrika Bambaataa erneut - in die Jahre gekommene - Hip-Hop- und Rap-Künstler auf der Bühne. (kub/sda)

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