FCSG-Fans: Gewalt und Spott gegen trauernde Polizisten
Aktualisiert

FCSG-FansGewalt und Spott gegen trauernde Polizisten

Unfassbare Szenen spielten sich nach dem Match YB – St. Gallen ab. FCSG-Fans verhöhnten die Berner Polizisten, die am Vortag einen Kollegen verloren hatten.

von
Nina Jecker

Nur wenige Stunden nachdem sie in einer Schweigeminute von ihrem getöteten Kollegen Abschied genommen hatten, mussten sich Angehörige der Berner Kapo auch noch in ihrem Schmerz verspotten lassen. St. Galler Fans waren nach dem verlorenen Spiel gegen YB völlig ausgerastet. Frustriert über den Abstieg richteten rund hundert Fans im Stade de Suisse Sachschaden von etwa 30 000 Franken an und gingen dann auf dem Weg zum Bahnhof auf Polizisten los.

Verbale Gewalt

«Es flogen sofort Flaschen, Steine und Petarden», beschreibt Kapo-Sprecherin Corinne Müller die wüsten Szenen. Sieben Beamte wurden verletzt, eine Polizistin musste gar ins Spital. Doch die physische Gewalt reichte den zumeist vermummten Ostschweizern nicht: «Ich wünschte mir, wir wären hier im Emmental» und Ähnliches schrien sie den Berner Polizisten entgegen, die am Arm als Zeichen ihrer Trauer alle eine schwarze Binde trugen.

Erst unter Einsatz von Gummischrot und Reizgas konnten die Fans in den Zug gedrängt werden.

Am Dienstagvormittag war ein 39-jähriger Kantonspolizist und zweifacher Vater in Schafhausen im Emmental bei einer Zwangsräumung erschossen worden.

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