Aktualisiert 03.11.2009 14:17

Hohe GeldstrafeGewaltbereiter FCZ-Fan muss bluten

Ein junger FCZ-Fan aus Fehraltorf hat an massiven Ausschreitungen gegen Zürcher Stadtpolizisten und an einem brutalen Angriff auf GC-Fans teilgenommen. Nun wurde der Schweizer zu einer teilbedingten Geldstrafe von 12 600 Franken verurteilt. Die Hälfte soll er bezahlen.

von
Attila Szenogrady

Vor Gericht legte der heute 21-jährige Fan des FC Zürich ein umfassendes Geständnis ab. Demnach war er im Frühjahr 2008 an zwei brutalen Ausschreitungen massgeblich beteiligt. Der erste Zwischenfall spielte sich in der Silvesternacht des 1. Januar 2008 ab. Damals kam es am Zürcher Bellevue kurz nach Mitternacht zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen 15 vermummten Personen und mehreren Angehörigen der Stadtpolizei Zürich. Ob es sich bei allen Chaoten um Anhänger des FC Zürich handelte, blieb auch nach dem Prozess vom Dienstag unklar. Fest steht, dass einer von ihnen versuchte, die Überdachung eines Restaurants zu bemalen. Was zum Eingreifen der Polizei und zu den überraschend schweren Krawallen führte.

Drei Polizisten am Kopf verletzt

Zu den Chaoten zählte auch der bereits vorbestrafte Angeklagte. Wie seine Kollegen bewarf auch er die Ordnungshüter mit zahlreichen Flaschen und Stühlen. Dabei erlitten gleich drei Polizeibeamte zum Teil erhebliche Kopfverletzungen. Erschreckend war, dass sich auch einige unbeteiligte Passanten einmischten und den vermummten Tätern zu Hilfe eilten. Erst als die Polizei einen Warnschuss mit einem Mehrzweckwerfer abgab, beruhigte sich die Situation. Der damals erst 19-jährige Angeklagte wurde festgenommen und später der Staatsanwaltschaft zugeführt.

GC-Fans am Hauptbahnhof angegriffen

Was den jungen FCZ-Fan nicht daran hinderte, schon wenige Monate später erneut zuzuschlagen. Diesmal am 22. März 2008 im Hauptbahnhof Zürich. Als nach 22 Uhr ein Zug aus Neuenburg eingetroffen war, pöbelten zahlreiche FCZ-Fans diverse Personen an und gingen im Restaurant Brasserie Federal auf einige GC-Fans los. Unter den gewaltbereiten Angreifern tat sich besonders der angetrunkene Angeklagte aggressiv hervor. Er heizte die Stimmung durch Zurufe an und warf einen Stuhl gegen die Fenster des Restaurants, das zum Schluss völlig verwüstet wurde.

Es wird teuer

Am Prozess vom Dienstag wurde der nicht verteidigte Schweizer Marihuana-Konsument wegen Angriffs, Gewalt und Drohung gegen Beamte, Landfriedensbruchs und weiteren Delikten zu einer teilbedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 70 Franken sowie 300 Franken Busse verurteilt. Die Hälfte der Geldstrafe – also 6300 Franken – soll das treue Mitglied der FCZ-Südkurve bezahlen.

Die Staatsanwaltschaft hatte gar den Vollzug der gesamten Geldstrafe gefordert. Allerdings vergebens, da das Gericht dem Angeklagten sein Geständnis und Reue zugute hielt. Zudem kam es infolge der Alkoholisierung zu einer Strafminderung. Trotzdem wird es für den jungen Mann teuer. Da er als einziger Täter bei den Silvesterkrawallen verhaftet worden war, soll er für die Schadenersatzforderungen der Polizeibeamten alleine aufkommen. Dabei geht es um mehrere Tausend Franken.

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