Ukraine: Gewaltige Explosion – ein Toter und viele Verletzte
Aktualisiert

UkraineGewaltige Explosion – ein Toter und viele Verletzte

In Kiew ist ein grosses Feuer ausgebrochen. Zahlreiche Menschen wurden verletzt, mindestens vier Personen kamen ums Leben.

von
dia
1 / 6
In einem Treibstofflager nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist ein Grossbrand ausgebrochen.

In einem Treibstofflager nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist ein Grossbrand ausgebrochen.

RIA Novosti
Offenbar war zuerst ein kleines Feuer ausgebrochen, das dann auf die Tanks übergriff.

Offenbar war zuerst ein kleines Feuer ausgebrochen, das dann auf die Tanks übergriff.

Energieministerium Ukraine
Dem Innenministerium zufolge gerieten vier Tanks mit jeweils 900 Kubikmetern Treibstoff in Brand.

Dem Innenministerium zufolge gerieten vier Tanks mit jeweils 900 Kubikmetern Treibstoff in Brand.

Ein von einer schweren Explosion entfachtes Grossfeuer in einem Treibstofflager bei Kiew hat in der Ukraine einen überregionalen Grossalarm ausgelöst und einen Luftwaffenstützpunkt bedroht. Rettungskräfte aus mehreren Regionen kämpften am Dienstag bei Wassylkiw, rund 30 Kilometer südwestlich der ukrainischen Hauptstadt, gegen ein «gigantisches» Feuer, wie Innenminister Arsen Awakow im Kurznachrichtendienst Twitter schrieb.

Mindestens ein Mensch wurde getötet, hunderte weitere in Sicherheit gebracht. Im Internet kursierende Videos von dem Brand vermittelten einen Eindruck von der Wucht der Explosion und der Hitze des Feuers. Mehrere Feuerwehrautos und Rettungswagen standen in Flammen. Ein Feuerwehrmann in silberfarbenem Schutzanzug war zu sehen , wie er sich rennend in Sicherheit zu bringen suchte. «Alle - weg hier. Jeder, der noch hier ist - weggehen», sagte ein Brandbekämpfer in einem der Videos.

Drei Feuerwehrleute verschwunden

Innenminister Awakow sagte dem Fernsehsender Kanal 5, dass sich 30 Feuerwehrleute «im Epizentrum der Explosion» aufgehalten hätten. Die meisten von ihnen seien wohlbehalten herausgekommen. Zu drei von ihnen gebe es bislang keinen Kontakt. «Wir versuchen sie zu finden.» Zunächst hatte Awakow via Twitter von «toten» Feuerwehrleuten gesprochen. Laut Innenministerium wurde mindestens ein Mensch getötet, 14 weitere Menschen mussten mit Verletzungen in Krankenhäuser gebracht werden.

Starker Rauch: In Kiew brennt ein Treibstofflager. (Video: Youtube)

Der Feuer war nach Angaben der Rettungskräfte bereits am Montagabend in einem 900 Kubikmeter grossen Treibstoffreservoir ausgebrochen und hatte später auf weitere Reservoirs übergegriffen. Am Dienstagmorgen gegen 07.00 Uhr (MESZ) kam es dann zu einer «starken Explosion», wie der Chef der Rettungskräfte, Mykola Tschetschetkin, dem Fernsehsender Kanal 5 sagte. Die genaue Brandursache war zunächst unklar.

Soldaten im Einsatz

Laut Tschetschetkin wurden Feuerwehr- und Rettungskräfte aus drei Nachbarregionen zusammengezogen. Auch Soldaten der Nationalgarde waren im Einsatz. Die Behörden leiteten die Evakuierung der Umgebung des Depots ein. In einem Radius von rund zwei Kilometern um den Brandort würden die Einwohner in Sicherheit gebracht, teilten die Rettungskräfte mit. Im weiteren Umkreis von zehn Kilometern seien die Menschen zudem angewiesen worden, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten.

Sorge bereitete den Einsatzkräften zudem, dass das Feuer auf eine nahegelegene Luftwaffenbasis und auf Treibstofftanks des Tankstellenbetreibers KLO übergreifen könnte. Das Verteidigungsministerium teilte mit, dass Notfallmassnahmen ergriffen worden seien, um ein Übergreifen der Flammen auf dort stationierte MiG-29-Kampfjets und Munitionslager zu verhindern.

«Ernste Bedrohung»

Der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats, Alexander Turtschinow, und Verteidigungsminister Stepan Poltorak eilten an den Katastrophenort. Turtschinow sprach im Fernsehen von einer «ernsten Bedrohung» für den nur 50 Meter entfernten Stützpunkt.

KLO brachte nach eigenen Angaben seine Mitarbeiter in Sicherheit. Minister Awakow sagte, die KLO-Lagertanks seien «unsere zweite Bedrohung». Das brennende Treibstofflager gehört zum Konzern BRSM-Nafta. (dia/afp)

Deine Meinung