Aktualisiert 22.12.2003 21:44

Gewalttätige Männer: Viel Arbeit für neue Fachstelle

Seit einem Monat ist die Berner Fach-
und Beratungsstelle Stopp Männer Gewalt in Betrieb. Fazit: Nicht nur «Täter» rufen an, sondern auch zahlreiche Institutionen.

«Wir sind über die vielen Anrufe überrascht», sagt Anton Gurtner, Präsident des Trägervereins Stopp Männer Gewalt. «Vor allem die Anfragen von Institutionen wie etwa psychiatrischen Kliniken konnten wir noch nicht alle befriedigen.»

Im ersten Monat riefen auch zwölf «Täter» die Gewaltberater auf die Hotline an. «Hinzu kommen zehn persönliche Beratungen. Davon sind drei noch nicht abgeschlossen», sagt Geschäftsführer Martin Buchmann. Einige rufen auch vorsorglich an. «Sie sagen, dass ihnen zwischendurch die Hand ausrutsche und sie Angst haben, dass es wieder passieren könnte», so Buchmann. Einmal habe sogar eine Frau im Auftrag des Mannes angerufen, um sich beraten zu lassen. «Erst danach meldete sich der Mann selbst.»

Viele gewalttätige Männer verlässt aber im entscheidenden Moment noch der Mut, weiss Buchmann. «Sie erscheinen gar nicht zum vereinbarten Treffen oder melden sich einfach nicht mehr.» Die Fachstelle erwartet über Weihnachten und Neujahr eine Zunahme der Anrufe.

Peter Berger

Hotline: 0 765 765 767

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