Zürich: Gewalttätiger FCB-Hooligan verurteilt
Aktualisiert

ZürichGewalttätiger FCB-Hooligan verurteilt

Ein vorbestrafter Hooligan des FC Basel hat beim Letzigrund-Stadion einen Mann niedergeschlagen. Dank Fotos auf 20 Minuten Online wurde der Schläger vom Opfer wiedererkannt und nun verurteilt.

von
Attila Szenogrady

Die Anklage ging auf den 19. März 2009 zurück. Damals fand im Letzigrund-Stadion das Fussball-Cup-Spiel FC Zürich gegen den FC Basel statt. Vor der Partie kam es vor dem Stadion zu einer Auseinandersetzung. Dabei wollten einige FCB-Fans einem Zürcher Kind eine FCZ-Mütze wegreissen. Zum Ärger eines heute 32-jährigen Event-Managers aus Basel.

Er forderte seine Mitfans auf, den bedrängten Schüler in Ruhe zu lassen. Einer der Hooligans reagierte sofort und versetzte dem Helfer zwei wuchtige Faustschläge ins Gesicht. Der Geschädigte strauchelte rückwärts vom Trottoir und verstauchte sich dabei einen Fuss.

Im Internet wiedererkannt

Der Manager konnte den Täter nicht dingfest machen, erstattete aber dennoch Strafanzeige bei der Polizei. Zunächst ohne Erfolg. Doch über zwei Monate später kam es zu einer unerwarteten Wende. Als der Geschädigte am 29. Mai im Internet einen Matchbericht zur Partie GC gegen Basel auf 20 Minuten Online las, erkannte er den Täter auf einem Foto wieder.

Die Polizei machte den einschlägig vorbestraften Mann schnell ausfindig, worauf die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl gegen den in Basel wohnhaften Maurer eine Strafuntersuchung eröffnete.

Verwechslung geltend gemacht

Am Mittwoch musste sich der wegen Körperverletzung Angeklagte Mann vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Ihm drohte eine unbedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 110 Franken. Allerdings wiesen der 28-jährige Familienvater und seine Rechtsanwältin alle Vorwürfe von sich.

Der Angeschuldigte machte eine Verwechslung geltend. Die Verteidigerin verwies zudem auf zwei Zeugen, welche ihren Mandanten in der Untersuchung entlastet hatten.

Dem Opfer geglaubt

Das Gericht folgte jedoch im Sachverhalt der Staatsanwaltschaft. Und damit den glaubhaften Darstellungen des Opfers. Dieses hatte beim zuständigen Staatsanwalt den Angeklagten gleich zweimal zu «hundert Prozent» als den Täter identifiziert.

Hinzu kam, dass der Geschädigte bereits im April 2009 den Angeklagten belastet hatte. Dies bei der Basler Polizei, welche ihm mehrere Fotos von Hooligans gezeigt hatte. Bereits damals suchte der Manager das Bild des Angeklagten aus und erklärte, dass dieser dem Täter sehr ähnlich sei.

Das Gericht setzte als Sanktion eine teilbedingte Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu 100 Franken fest. Die Hälfte der 10 000 Franken soll der FCB-Fan bezahlen. Zudem die Gerichtskosten von 1200 Franken. In einem letzten Punkt verfügte das Gericht, über den verurteilten Angeklagten bei der Polizei ein DNA-Profil zu erstellen.

Die Verteidigung legte noch im Gerichtssaal Berufung gegen den Entscheid ein.

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