Aktualisiert 04.08.2004 12:22

Gewerbekomitee gegen Mutterschafts-Versicherung

Ein Komitee bestehend aus dem Gewerbeverband Zürich und dem Basler Volkswirtschaftsbund sowie Vertretern aus der Privatwirtschaft macht gegen die Mutterschaftsversicherung mobil.

Deutliche Mehrkosten für die Arbeitgeber, eine Zunahme der Schwangerschaften und Missbräuche durch Schwangere: Unter anderem diese Folgen befürchtet das überparteiliches Komitee «gegen eine staatliche Mutterschaftversicherung» im Falle einer Annahme der Vorlage.

Das Komitee, bestehend aus Vertretern des Kantonalen Gewerbeverbandes Zürich, des Basler Volkswirtschaftsbundes, des Schweizerischen Verbandes für visuelle Kommunikation (Viscom) und der Privatwirtschaft haben am Mittwoch in Bern mit Blick auf den eidgenössischen Urnengang vom 26. September den Abstimmungskampf eröffnet.

Viscom-Chef Hans-Ulrich Bigler und Geza Teleki, Direktor des Basler Volkswirtschaftsbundes, sind ebenso wie ihre Mitstreiter überzeugt, dass die Mutterschaftsversicherung längerfristig zu einer klaren finanziellen Mehrbelastung der Arbeitgeber führt -auch wenn kurzfristig alle von den Erwerbsersatz-Geldern profitieren würden.

Erhöhung der Geburtenrate

Teleki geht zudem davon aus, dass sich im Falle einer Annahme der Vorlage die Geburtenrate erhöhen wird. Überdies bestehe die Gefahr, dass sich bisher nicht erwerbstätige Frauen im Betrieb des Ehemannes anstellen lassen, «nur um in den Genuss der Mutterschaftsleistungen zu kommen».

Es handle sich hier um eine neue Sozialversicherung, welche die «grassierende Versicherungsmentalität» fördere und die Eigenverantwortung untergrabe, befürchtet seinerseits Martin Arnold, Geschäftsführer des Zürcher Gewerbeverbandes und SVP- Kantonsrat.

Der selbständige Waadtländer Architekt und SVP-Grossrat Gabriel Poncet befürchtet im Falle einer Annahme der Mutterschaftsversicherung gar eine Attraktivitätsverminderung des Wirtschaftsstandortes Schweiz. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.