Aktualisiert 26.04.2020 02:30

Mahnbrief

Gewerbeverband droht Migros und Coop mit Klage

Die beiden Grossverteiler verletzten das Verbot, nicht-lebensnotwendige Güter zu verkaufen, meint der Gewerbeverband.

von
chk
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Ein Teil des Verkaufssortiments im Non-Food-Sektor im Migros-Einkaufszentrum Länderpark in Stans NW ist wegen der Corona-Pandemie abgesperrt und nicht für den Verkauf freigegeben. (Archivbild)

Ein Teil des Verkaufssortiments im Non-Food-Sektor im Migros-Einkaufszentrum Länderpark in Stans NW ist wegen der Corona-Pandemie abgesperrt und nicht für den Verkauf freigegeben. (Archivbild)

Keystone/Urs Flüeler
Migros soll laut Gewerbeverband auch unerlaubte Produkte verkauft haben.

Migros soll laut Gewerbeverband auch unerlaubte Produkte verkauft haben.

Keystone/Alexandra Wey
Auch der Grossverteiler Coop erhält vom Gewerbeverband einen Mahnbrief.

Auch der Grossverteiler Coop erhält vom Gewerbeverband einen Mahnbrief.

Keystone/Martial Trezzini

Die beiden Grossverteiler Migros und Coop verstiessen gegen das Verbot des Bundesrats, nicht-lebensnotwendige Güter zu verkaufen, klagt der Schweizerische Gewerbeverband. Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, haben Verbandspräsident Jean-François Rime und Direktor Hans-Ulrich Bigler am Freitag eingeschriebene Abmahnbriefe an Migros-Präsidentin Ursula Nold und Coop-Präsident Hansueli Loosli gesandt. In diesen wirft er den Detailhandelsriesen eine «kontinuierliche Weigerung, sich an die Vorschriften zu halten», vor.

In den Briefen stellt der Gewerbeverband ein Ultimatum: Bis Montag um 17 Uhr müssten Migros und Coop «die unverzügliche und flächendeckende Umsetzung der Covid-Verordnung» bestätigen. «Andernfalls behalten wir uns die Einreichung einer Strafanzeige ausdrücklich vor.» Eine solche könnte der Gewerbeverband bereits am Dienstag beschliessen, wenn sein Vorstand tagt.

«Krisengewinnler»

Die Gewerbler werfen Migros und Coop vor, sie nützten die Notlage der Fachgeschäfte aus, die auf bundesrätliche Anordnung geschlossen sind. Im Brief heisst es, die Grossverteiler gingen «als Krisengewinnler vor» und versuchten «zulasten des KMU-Detailhandels ihre Marktstellung zu zementieren».

Migros und Coop weisen die Anschuldigungen zurück. «Wir halten uns seit Beginn an die Verordnung und werden dies auch weiterhin tun», sagt ein Migros-Sprecher. «Coop hält die Sortimentsbeschränkungen unter Berücksichtigung der kantonalen Interpretationen bestmöglich ein», sagt eine Coop-Sprecherin.

Gewerbeverbandsdirektor Hans-Ulrich Bigler sagt jedoch, es gebe genügend Beweise, um die Strafanzeige zu untermauern. Am Freitag sandte der Verband auch dem Bundesrat einen geharnischten Brief. Darin verlangt er die «unverzügliche Umsetzung» der Rechtsvorschriften. Wenn Migros und Coop diese nicht einhielten, müssten ihre Filialen geschlossen und ihre Verantwortungsträger bestraft werden.

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