Corona-Politik – «Der Schaden wird durch die Massnahmen noch grösser»

Medienkonferenz SGV«Der Schaden wird durch die Massnahmen noch grösser»

Der Schweizerische Gewerbeverband lehnt die vom Bundesrat beschlossenen Massnahmen ab und fordert an einer Medienkonferenz die sofortige Aufhebung. 20 Minuten berichtet live.

von
Philippe Coradi
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Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband, fordert ein rasches Ende der Massnahmen.

Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband, fordert ein rasches Ende der Massnahmen.

20min/Simon Glauser
Mitte-Nationalrat und Braumeister, Alois Gmür, Einschränkungen wegen Corona hautnah.

Mitte-Nationalrat und Braumeister, Alois Gmür, Einschränkungen wegen Corona hautnah.

20min/Simon Glauser
Selbst die medizinischen Experten seien der Ansicht, dass das Zertifikat nicht mehr unbedingt notwendig sei, sagt Casimir Platzer, Präsident Gastrosuisse.

Selbst die medizinischen Experten seien der Ansicht, dass das Zertifikat nicht mehr unbedingt notwendig sei, sagt Casimir Platzer, Präsident Gastrosuisse.

20min/Simon Glauser

Deine Meinung

Dienstag, 25.01.2022

Zusammenfassung

Gewerbevertreter und Politikerinnen und Politiker sind der Ansicht dass die geltenden Massnahmen ihren Branchen mehr schaden als nützen. Darum gehörten sie abgeschafft.

Weiter kritisieren sie die weitere Existenz und Anwendung des Corona-Zertifikats.

Die Homeoffice-Pflicht sei je nach Branche schwierig umzusetzen, Arbeitgebende und Nehmende hätten sich bereits selbst organisiert.

Die Votumführenden berufen sich bei ihren Forderungen mehrheitlich auf die sich entspannende Situation in den Spitälern. Diese würden es nicht mehr rechtfertigen, dass Homeoffice, 2G und 2G+ Regeln weiter gelten sollen.

Die Medienkonferenz ist beendet

Es werden keine weiteren Fragen gestellt, Hans Ulrich Bigler schliesst die Konferenz. Lesen sie hier bald in Kürze eine Zusammenfassung.

Frage nach den Grundrechten

Der Bundesrat habe mit seinen Massnahmen laut Bigler in die verfassungsmässig garantierte Wirtschaftsfreiheit eingegriffen und sei nun aufgefordert, diese den Unternehmen wieder zurückzugeben.

Claude Ammann fordert, dass die Verlierer der Pandemie weiterhin konsequent finanziell unterstützt werden müssen.

Frage zu den Massnahmen

Das Schwergewicht müsste bei Hygienemassnahmen und auf der Impfaktion sein.

Die Fragerunde beginnt

Es dürfen Fragen gestellt werden.

Zweite Ansprache von Hans Ulrich Bigler

«Ein zusätzlicher Nutzen ist nicht zu erkennen», so Bigler. Also seien die Massnahmen umgehend abzuschaffen. Im Zentrum stehe die Logik des gezielten Nutzens. Die Wirtschaft solle Schritt für Schritt ihre Freiheit zurückerlangen können. Doch die «sogenannte» wissenschaftliche Taskforce würde sich wöchentlich inszenieren und Panik verbreiten, so Bigler. Er bezeichnet die Existenz der Taskforce grundsätzlich als ein Fehler.

Diesen könne der Bundesrat wieder gut machen, in dem er die Taskforce «nach Hause schickt» und die Massnahmen aufhebe. «Es ist höchste Zeit dafür», so Bigler.

Votum Thomas Matter

Laut dem Nationalrat habe sich in den letzten zwei Jahren auch etwas zum Guten verändert. Matter zitiert Berset, dass die Omikron-Variante einer Grippe ähnlich sein kann. Die Situation in den Spitälern habe sich beruhigt.

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Buschauffeure würden wegen Atemnot keine Masken tragen. Matter fragt sich, warum Schüler eine Maske tragen müssen? Auch er selbst persönlich leide unter der Maske im Fitnesscenter. Die Menschen sollen sich weiter impfen und boostern oder Abstand halten. Er fordert aber, die KMU seien wieder in die Freiheit zu entlassen.

Votum Daniela Schneeberger

Laut Schneeberger sei der Schaden an den KMU durch die Massnahmen grösser als der Nutzen. Sie bezeichnet diese als «Exitstrategie» und als überholte Konzepte. Betriebe wollten wieder normal arbeiten und nicht weiter Umsatzeinbussen hinnehmen, so Schneeeberger.

Covid-Zertifkate – laut Schneeberger nur zur «gesellschaftlichen Triage» missbraucht – seien im Inland nicht mehr nötig.

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Votum Christoph Kamber

Die Veranstaltungsbranche sei die erste gewesen, die von einem Berufsverbot betroffen war und werde wohl auch die letzte Branche sein, die wieder normal arbeiten dürfe. Zahlungen des Bundes hätten zwar einige Konkurse abgewendet. Doch die Branche brauche monatelange Vorlaufzeit, die aktuellen Massnahmen würden neue Projekte verhindern. Kamber fürchtet weiter, dass Fachkräfte der Branche verloren gehen. Sie bräuchten eine Perspektive. Man solle doch endlich «die Handbremse» lösen.

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Votum Claude Ammann

Nach Ammann habe die Fitnessbranche wohl am meisten gelitten während der Pandemie. 12 Prozent der Fitnessunternehmen seien seit Beginn Konkurs gegangen oder von Grossen übernommen worden. Ammann fordert weiter Unterstützungszahlungen, auch die Maskenpflicht in Center soll fallen. «Ein Gesundheitstraining mit Maske kann bei Menschen mit Vorerkrankung gesundheitsgefährdend sein», so Ammann.

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Votum Casimir Platzer

Selbst die medizinischen Experten seien der Ansicht, dass das Zertifikat nicht mehr unbedingt notwendig sei. Aus Platzers Sicht stehe es zudem juristisch auf wackligen Beinen. «Wir wollen von der Gesellschaft keinen Freipass, aber die Hotellerie und die Gastronomie leiden», so der Präsident von Gastrosuisse. Man habe seit 23 Monaten den Soldaten gespielt und seit September müsse man Polizist spielen.

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Votum von Alois Gmür

Der Nationalrat und Braumeister spüre die Einschränkungen wegen Corona hautnah. Sein Betrieb stehe seit zwei Jahren unter Druck, so Gmür. Einmal mehr könne er die Fasnacht nicht beliefern, seine Brauer und Chauffeure seien in Kurzarbeit und unzufrieden. Sie würden lieber normal arbeiten.

An vielen Orten würden die Ungeimpften im Restaurant fehlen. Dies und die Massnahmen führe zu «leergefegten» Dörfern. Man wolle doch wieder ganz normal zusammen ein Gläschen Wein oder ein Bier zusammen trinken können.

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Einleitung von Hans-Ulrich Bigler

Laut Bigler führen die geltenden Massnahmen in verschiedenen Branchen zu Problemen. Die Referenten würden dies aufzeigen. Die Homeoffice-Pflicht sei in einigen Branchen schlicht nicht durchsetzbar, sie schade dem Gewerbe und sei darum abzuschaffen.

Die Umsatzausfälle bei der Gastro seien derzeit massiv, wer zuhause arbeite, gehe auch am Mittag nicht ins Restaurant. Die drei Massnahmen schaden nur dem Gewerbe, so Bigler. Viele seien «gezwungen» zuhause zu bleiben. Arbeitnehmer und Geber hätten sich längst gefunden und die Betriebe würden ihre Schutzkonzepte gut selbst umsetzen.

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Die Medienkonferenz beginnt

Der Präsident des Gewerbeverbandes, Hans Ulrich Bigler, eröffnet die Konferenz. Er begrüsst die anwesenden Gäste im Saal und an den Bildschirmen. Er stellt den Anwesenden die Referenten einzeln vor.

Teilnehmer

An der Medienkonferenz im Hotel Palace Bellvue in Bern werden sprechen:

  • Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband

  • Claude Ammann, Präsident Schweizerischer Fitness- und Gesundheitscenter Verband SFGV

  • Christoph Kamber, Präsident Expo Event

  • Casimir Platzer, Präsident Gastrosuisse

  • Thomas Matter, Nationalrat der SVP

  • Daniela Schneeberger, Nationalrätin der FDP und Vizepräsidentin Schweizerischer Gewerbeverband

  • Alois Gmür, Nationalrat Die Mitte, Zentralpräsident VSG, Bierbrauer

Ausgangslage

Der Bundesrat hatte am 19. Januar die Dauer der Quarantäne und Isolation auf noch fünf statt zehn Tage gesenkt. Zudem will er die Gültigkeitsdauer des Zertifikats verkürzen. Beibehalten hat er aber die Massnahmen wie die 2G-Regel, 2G+-Regel in verschiedenen Bereichen, die Einschränkung privater Treffen und die Homeoffice-Pflicht. Sie sollen bis zum 31. März 2022 gelten.

Der Schweizerische Gewerbeverband, der Schweizerische Fitness- und Gesundheitsverband, die Expo Event Swiss LiveCom Association, GastroSuisse sowie Vertreter der bürgerlichen Parteien FDP, SVP und Die Mitte lehnen deshalb die Verlängerung dieser Massnahmen ab und fordern die sofortige Aufhebung der Corona-Massnahmen. Die Gründe für ihre Forderung nach Aufhebung der Massnahmen legen sie an einer gemeinsamen Medienkonferenz in Bern dar.

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