City-Parkplätze: Gewerbler erheben schwere Vorwürfe

Aktualisiert

City-ParkplätzeGewerbler erheben schwere Vorwürfe

Die Stadt Zürich hebe mehr Parkplätze auf, als sie eigentlich dürfe, monieren Gewerbler. Die Stadt widerspricht dem.

von
David Torcasso

Vier Gewerbler von der IG Pelikan erheben schwere Vorwürfe gegen die Stadt: Diese hebe zahlreiche Parkplätze in der City auf, ohne für Ersatz zu sorgen. Dabei sei dies gesetzlich gar nicht erlaubt: 1990 hatte der Gemeinderat in einem «historischen Kompromiss» beschlossen, dass oberirdische Besucherparkplätze im Kreis 1 nur dann aufgehoben werden dürfen, wenn ein unterirdischer Ersatz geschaffen wird. «Es geht nicht um Erbsenzählerei», schreibt die IG Pelikan, «wirtschaftlich ist der Schaden enorm, wenn Dutzende von Parkplätzen restlos verschwinden.» Konkrete Zahlen wird die IG Pelikan nächste Woche an einer Medienkonferenz präsentieren.

Die Stadt wehrt sich schon jetzt: «Es gibt heute sogar mehr öffentliche Parkplätze als noch vor 20 Jahren», sagt Erich Willi, Projektleiter beim Tiefbauamt. Er rechnet vor: 2008 zählte die Innenstadt 3733 Parkplätze, 1990 waren es bloss 3653. Willi bestätigt ­jedoch die Verlagerung von Strassenparkplätzen in Parkhäuser: Vor 20 Jahren existierten oberirdisch knapp 2000 Parkplätze, jetzt sind es noch rund 1600. «Die Gewerbler haben natürlich wenig Freude, wenn man nicht mehr direkt vor ihrem Laden parkieren kann. Dafür ist ­eine autofreie Innenstadt schöner zum Flanieren.»

Deine Meinung