Gewerkschaften: Swiss-Verwaltungsrat unfähig
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Gewerkschaften: Swiss-Verwaltungsrat unfähig

Mit seinem «Nullentscheid» habe der Verwaltungsrat gezeigt, dass ihm der Mut fehle, den «Geburtsfehler» der Swiss zu korrigieren, sagte Daniel Vischer von der Sektion Luftfahrt der Gewerkschaft VPOD.

Das Gremium sei nicht in der Lage, klare und wichtige Entscheide zu treffen, kritisieren sie.

Die Stellung der Regionalflotte, ob sie integriert oder ausgelagert werden soll, sei seit der Gründung der Swiss unklar.

Er frage sich, ob der Verwaltungsrat den Swiss-Chef Christoph Franz demontiert habe, sagte Vischer. Eine Lösung müsste laut Vischer in Richtung Ausgliederung der Regionalflotte gehen, so wie das andere Airlines machten.

Entscheid abgeschoben

Enttäuscht ist auch der Verband der Ex-Swissair-Piloten Aeropers. Der Verwaltungsrat schiebe den Entscheid über die Zukunft der Regionalflotte auf die Personalverbände ab, sagte Aeropers- Sprecher Christian Frauenfelder.

Ähnlich klingt es bei der Kabinenpersonalgewerkschaft Kapers. Der Swiss-Verwaltungsrat delegiere strategische Entscheide an die Verbände ab, sagte Kapers-Präsident Urs Eicher. «Das ist aber nicht unsere Aufgabe». Die Gewerkschaften würden nun dazu gedrängt, die Probleme der Swiss zu lösen, etwa mit erwarteten Zugeständnissen bei den Löhnen und den Gesamtarbeitsverträgen.

Mit dieser «versteckten Alibi-Übung» zeige der Verwaltungsrat jedenfalls keine Weitsicht, sagte Christoph Frick, Präsident des Verbands der Ex-Crossair-Piloten Swiss Pilots. «Nachdem unsere Ideen zur Kostensenkung zurückgewiesen wurden, erwarten wir nächste Woche konkrete Angaben zu den Eckwerten der Restrukturierung.»

Zu viele Unklarheiten

Wenig ausgereift kommen die Pläne der Swiss auch dem Verband PUSH vor, einem der vier Bodenpersonalverbände. «Es ist zudem nicht klar, wo konkret abgebaut wird», sagte PUSH-Präsident Richard Dunkel. Beim Bodenpersonal sehe er jedenfalls wenig Spielraum.

Für die Bodenpersonalgewerkschaft SEV-GATA ist der angekündigte Stellenabbau eine Hiobsbotschaft. Nach zwei grösseren Jobkürzungen und einem kleineren Abbau werde eine weitere Massenentlassung durchgeführt. So könne der Verdacht aufkommen, dass die Swiss für eine mögliche Übernahme fit getrimmt werde, sagte SEV-GATA- Präsident Philipp Hadorn.

(sda)

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