Aktualisiert 02.09.2015 13:39

Lohnrunde 2016

Gewerkschafter fordern bis zu 1,5 Prozent mehr Lohn

Obwohl der starke Franken die Unternehmen fordert, verlangt der SGB höhere Saläre. Die Begründung: Steigende Krankenkassenprämien und eine robuste Binnenwirtschaft.

von
fal
Positive wirtschaftliche Lage: SGB-Präsident Paul Rechsteiner rechtfertigt die Forderungen nach mehr Lohn. (29. Mai 2015)

Positive wirtschaftliche Lage: SGB-Präsident Paul Rechsteiner rechtfertigt die Forderungen nach mehr Lohn. (29. Mai 2015)

Als Begründung für die Forderung nach einer Erhöhung der Saläre erklärt der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB), dass sich die Lage bei den meisten Branchen und Unternehmen der Schweizer Wirtschaft positiv präsentiere. Und da die Krankenkassenprämien steigen würden, sei ohnehin eine Erhöhung nötig.

Die Entwicklung der Binnenwirtschaft verlaufe robust, Banken und Versicherungen würden wieder Gewinne machen, schreiben die SGB-Verbände in der heutigen Mitteilung. Bei der Exportwirtschaft, die den überbewerteten Franken spüre, hätten die Erholung der Konjunktur in der EU und der billigere Einkauf von Vorprodukten für Entlastung gesorgt.

Möglich und nötig

Die Lohnerhöhungen müssten generell gewährt werden, fordern die Gewerkschaften. Sonst blieben die mittleren und unteren Einkommen stehen. Ein besonderer Nachholbedarf zeige sich zudem bei den langjährigen Mitarbeitenden. Bei diesen sei das Lohnwachstum im vergangenen Jahrzehnt deutlich hinter dem Schweizer Mittel zurückgeblieben.

Der SGB ist der Meinung, Lohnerhöhungen seien nicht nur möglich, sondern auch nötig. Empfindliche Erhöhungen drohten auf das kommende Jahr hin wieder bei den Krankenkassenprämien, führte SGB-Präsident Paul Rechsteiner gemäss Redetext vor den Medien in Bern aus. Blieben die Löhne stehen, so vermindere sich die Kaufkraft. Eine anständige Lohnrunde sorge auch dafür, dass die Schweizer Wirtschaft trotz der anhaltenden Überbewertung des Frankens und der dadurch ausgelösten Schwierigkeiten wieder mit einer gewissen Zuversicht nach vorne blicken könne.

Angeschlagene Branchen

Die Gewerkschaften anerkennen aber, dass der starke Franken für einige Branchen eine Herausforderung darstelle. Dem aktuellen Umfeld will die Gewerkschaft Unia mit mässigen, massgeschneiderten Lohnforderungen Rechnung tragen, wie Unia-Präsidentin Vania Alleva gemäss Redetext sagt.

Während die Unia etwa für das Bauhauptgewerbe eine generelle Lohnerhöhung von 1,5 Prozent fordert, verlangt sie für Branchen wie den Detailhandel oder den Transport mit einer Erhöhung um ein Prozent weniger.

In einigen Branchen sind die Lohnverhandlungen bereits abgeschlossen: Für die Post und PostFinance hat die Gewerkschaft Syndicom für 2016 eine Lohnerhöhung von 0,6 Prozent und eine Einmalzahlung von 400 Franken vereinbart. (fal/sda)

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