UBS-Boni: Gewerkschaftsbund: Rückzahlung «vermutlich» zu gering
Aktualisiert

UBS-BoniGewerkschaftsbund: Rückzahlung «vermutlich» zu gering

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund reagiert positiv auf den Verzicht dreier ehemaliger UBS-Führungsleute auf Lohnbezüge in Millionenhöhe. Dies geschehe jedoch nur auf den monatelangen Druck der Öffentlichkeit und der Medien hin.

«Es ist sicher positiv, dass die drei Herren einen Teil ihrer Boni zurückzahlen. Es vermindert jedoch die moralische Wirkung stark, wenn es nur darum geht, sich wieder in der Öffentlichkeit zeigen zu können», sagte SGB-Sprecher Pietro Cavadini am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Intransparentes System

Weil das Boni-System immer intransparent gewesen sei, sei es schwer zu sagen, ob der Betrag, auf den verzichtet wurde, genügend hoch ist. «Vermutlich ist er das aber nicht», sagte Cavadini.

Laut Cavadini hätte es gar nicht so weit kommen dürfen: «Das UBS- Management hätte das System sehr viel früher ändern, beziehungsweise gar nie konzipieren sollen.» Dem Boni-System seien fixe Besoldungen vorzuziehen. Die Bezahlung mit Aktien fördere das kurzfristige Denken, welches nicht im Interesse des jeweiligen Unternehmens liegen könne.

Angeschlagenes Vertrauen

Für den Kaufmännischen Verband Schweiz (KV Schweiz) wird mit dem Verzicht «ein längst überfälliger Schritt gemacht», wie dieser am Dienstag mitteilte. Dieser helfe mit, das Vertrauen in die UBS wieder herzustellen. Dies sei unabdingbare Voraussetzung für die Erhaltung möglichst vieler Arbeitsplätze im Finanzsektor.

Allerdings könne dieser Verzicht keine nachträgliche Legitimation des «unmässigen Bonussystems» sein, schrieb KV Schweiz weiter. Nach wie vor sei es von grösster Wichtigkeit, die Boni sinnvoll zu begrenzen, um nicht erneut falsche Anreize zu schaffen.

(sda)

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