Jahreszahlen: Gewinn bei Vontobel sinkt leicht
Aktualisiert

JahreszahlenGewinn bei Vontobel sinkt leicht

Die Bank Vontobel spricht beim Gewinnrückgang von einem Prozent von einem respektablen Ergebnis. Vor allem die Schliessungen im Ausland hätten zum tieferen Gewinn geführt.

Die Bank Vontobel spricht von einem respektablen Jahresergebnis.

Die Bank Vontobel spricht von einem respektablen Jahresergebnis.

Bei der Bank Vontobel haben Kosten für den Ausstieg aus ausländischen Verlustgeschäften im vergangenen Jahr aufs Ergebnis gedrückt. Zudem schlugen die Abkommen mit Grossbritannien und den USA zur Beilegung von Schwarzgeldaltlasten zu Buche.

Unter dem Strich verdiente die Bank 122,3 Mio. Franken. Das ist 1 Prozent weniger als im Vorjahr 2012. Das Ergebnis sei respektabel und von hoher Qualität, sagte Vontobel-Chef Zeno Staub am Freitag auf der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Denn das Resultat sei durch bedeutende einmalige Kosten in Höhe von 20,7 Mio. Fr. nach unten gezogen worden.

Den grössten Brocken machten hier die Kosten für die Schliessungen von verlustreichen Niederlassungen in Österreich, Mailand und Dubai aus, die 15,4 Mio. Fr. verschlangen, wie Finanzchef Martin Sieg sagte.

Überdies verursachten das Steuerabkommen mit Grossbritannien (3,2 Mio. Fr.) und die Teilnahme am Programm der Schweizer Banken zur Beilegung des Steuerstreits mit den USA (2,1 Mio. Fr.) einmalige Kosten.

Keine US-Busse erwartet

«Wir gehen davon aus, dass die 2,1 Mio. Fr. für die Beilegung des US-Steuerstreits reichen sollten», sagte Bankchef Zeno Staub. Hier nimmt Vontobel in der Kategorie 3 teil, in der die Bank gegenüber den US-Behörden beweisen muss, dass sie keine US-Steuergesetze verletzt hat. Kann sie dies, drohen ihr keine Bussen.

Vontobel habe frühzeitig alle US-Privatkunden in eine eigens gegründete Tochtergesellschaft verschoben, die eine Lizenz der US-Börsenaufsicht SEC habe. Vontobel habe auch keine Rückstellungen für eine US-Busse gebildet. Die 2,1 Mio. Fr. würden für interne und externe Kosten zur Aufarbeitung des Programms verwendet, sagte Staub.

Geschäftsaufwand kräftig gestiegen

Diese einmaligen Kosten trieben den Geschäftsaufwand um 11 Prozent auf 695,9 Mio. Fr. in die Höhe. Damit fiel die Steigerung der Kosten etwas grösser aus, als die Bank die Erträge steigerte. Der gesamte Betriebsertrag kletterte um 10 Prozent auf 849,3 Mio. Franken.

Dabei nahmen vor allem die Kommissions- und Dienstleistungserträge als Haupteinnahmequelle der Bank um ein Fünftel auf 596,3 Mio. Fr. zu. Gerade in der Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden (Private Banking) und institutionelle Anleger (Asset Management) habe Vontobel die Gewinn kräftig gesteigert.

Dagegen musste das Investmentbanking Federn lassen, weil es unter geschrumpften Volumen bei strukturierten Produkten litt. In der Folge sank der Erfolg aus dem Handelsgeschäft um 5 Prozent auf 198,9 Mio. Franken. Der Zinserfolg gab um 7 Prozent auf 48,3 Mio. Fr. nach.

Insgesamt flossen der Bank per saldo Neugelder von 9,1 Mrd. Fr. zu. Das sei ein neuer Rekord, sagte Sieg. Die gesamten Kundenvermögen der Bank stiegen um 9 Prozent auf 163,1 Mrd. Franken. Davon sind der Bank 109,6 Mrd. Fr. zur Verwaltung anvertraut. Damit die Bank erstmals die Grenze von 100 Mrd. Fr. geknackt.

Erwartungen verfehlt

Allerdings dürften die Neugelder künftig nicht mehr so reichlich sprudeln angesichts der Eintrübung in den Schwellenländern, sagte Staub. Bisher sei man mit dem Start ins neue Jahr zufrieden. Sollte allerdings die Flucht der Investoren aus den Schwellenländern anhalten, könne sich Vontobel dem auch nicht entziehen.

Für das laufende Jahr rechne man mit einer weiteren Steigerung der Vermögen. Das Ziel von 175 Mrd. Fr. sollte Vontobel erreichen können, sagte Staub.

Mit den Zahlen hat die Bank die Erwartungen der Finanzgemeinde verfehlt. An der festeren Schweizer Börse sank die Aktie 2,31 Prozent. (sda)

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