Krankenkasse: Gewinn von Visana geschrumpft
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KrankenkasseGewinn von Visana geschrumpft

Die Versicherungsgruppe Visana hat im vergangenen Jahr einen Gewinn von 15,3 Mio. Fr. erzielt. Das sind 35,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Das Unternehmen verweist auf gestiegene Gesundheitskosten und ein schwieriges Marktumfeld.

Dank einer höheren Zahl von Kunden stiegen die Prämieneinnahmen um 7,2 Prozent auf 2,29 Mrd. Franken. Die Zahl der Grundversicherten stieg um 17,1 Prozent auf 542 000, was allein auf die Billigkassen sana24 und vivacare zurückgeht. Die Stammmarke Visana blieb bei der Anzahl Kunden praktisch stabil. Die Billigkassen wiesen dafür ein leichtes Minus aus, wie die Visana am Freitag mitteilte.

Die geleisteten Zahlungen und administrative Kosten übersteigen die Prämieneinnahmen nur leicht: Die so genannte Combined Ratio liegt bei 100,3 Prozent. Vor einem Jahr war die Combined Ratio indessen bei 98,3 Prozent gelegen.

Während des Jahres werde es 2010 keine Prämienerhöhungen geben, teilte die Visana weiter mit. Die Kassen seien voll und die Reserven gross genug.

Gewinn dank Zusatzversicherungen

In der Krankenkassen-Grundversicherung schrieb das Unternehmen eine schwarze Null, obwohl die Prämien um 10,9 Prozent auf 1,55 Mrd. Fr. stiegen. Der Überschuss sank von 0,7 Mio. auf 0,3 Mio. Franken.

Geld verdient hat die Visana mit dem Zusatzversicherungsgeschäft. Der Gewinn sank aber auch hier von 23,0 auf 15,0 Mio. Franken. Aufgrund ihrer soliden finanziellen Basis sei die Visana-Gruppe gerüstet für die anstehende Konsolidierung der Krankenversicherer, erklärte Unternehmenschef Peter Fischer. Leicht reduziert hat die Visana die Zahl der Vollzeitstellen, und zwar von 1062 auf 1049.

Reformen gefordert

Hart ins Gericht geht die Visana mit der Politik. Die «Dauerbaustelle Gesundheitswesen» werde zum immer grösseren Ärgernis, so Verwaltungsratspräsident Albert Rychen.

Die Visana fordere daher eine Reformagenda für das Gesundheitswesen, mit dem Ziel, den explodierenden Kosten einhalt zu gebieten. Der jährliche Prämienanstieg soll auf drei Prozent beschränkt werden. (sda)

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