Aktualisiert 02.08.2012 09:59

Durchzogene BilanzGewinneinbruch bei der Swiss

Nach einem Verlust von 4 Millionen Franken im 1. Quartal ist die Swiss zurück in den schwarzen Zahlen. Der Mutterkonzern Lufthansa hingegen baut seinen Gewinn aus.

Die Swiss hat im ersten Halbjahr trotz mehr Umsatz einen Gewinneinbruch erlitten. Obwohl der Umsatz um 2 Prozent auf 2,452 Mrd. Fr. stieg, tauchte das operative Ergebnis um mehr als die Hälfte auf 61 Mio. Franken. Im Vorjahressemester hatte die Swiss noch 129 Mio. Fr. verdient.

Gründe für den Einbruch seien der anhaltend schwierige Markt, der weitere Druck auf die Durchschnittserlöse, insbesondere in Europa, der starke Franken und die hohen Treibstoffpreise, teilte die Swiss am Donnerstag in einem Communiqué mit. «Die Branchenkrise trifft auch uns, und eine Trendwende ist kurzfristig nicht absehbar», schreibt Swiss-Chef Harry Hohmeister.

Immerhin kehrte die Fluggesellschaft in die schwarzen Zahlen zurück. Im ersten Quartal hatte die Swiss noch einen operativen Verlust von 4 Mio. Fr. hinnehmen müssen. Das zweite Quartal brachte wieder einen Betriebsgewinn von 65 Mio. Franken, entwickelte sich aber klar unter den Erwartungen der Swiss.

Sparmassnahmen beschlossen

Erfreulich sei, dass die Swiss die bereits hohe Auslastung weiter habe steigern können, erklärte Hohmeister: «Dies reichte jedoch bei weitem nicht, um die sinkenden Durchschnittserlöse wettzumachen.» Die Flugpreise seien nach wie vor äusserst tief.

Die Swiss prüfe strukturelle Anpassungen, insbesondere um das Europageschäft auf eine profitable Basis zu stellen, hiess es weiter. Bereits beschlossen hatte die Lufthansa-Tochter unter anderem einen vorläufigen Einstellungsstopp in der Administration.

Zudem wurden im Frühjahr die Preise im Interkontinental- und im Europaverkehr erhöht. Und es wurden Optimierungen im Nachbarschaftsverkehr und im Treibstoffmanagement umgesetzt.

Im Einkauf und in der Administration werden gruppenweit zusätzliche Synergien geprüft. Man werde in den anstehenden Quartalen weitere strukturelle Anpassungen vornehmen. «Geprüft werden unter anderem Prozesse an Bord und am Boden, Flugzeugeinsätze und Optimierungen beim Streckennetz», teilte Swiss-Finanzchef Marcel Klaus mit.

Swiss-Mutter Lufthansa baut Gewinn aus

Die Lufthansa hat im zweiten Quartal dank Sparmassnahmen und guten Geschäften der Servicegesellschaften ihren operativen Gewinn erhöht. Deutschlands grösste Airline erwirtschaftete im Zeitraum April bis Juni einen operativen Gewinn von 361 Mio. Euro.

Das sind 27,6 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem operativen Ergebnis von 261 Mio. Euro gerechnet. Der Konzern setzte 7,89 Mrd. Euro um und damit 6,4 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der Konzerngewinn schrumpfte allerdings um 23,9 Prozent auf 229 Mio. Euro.

Insgesamt blieb die Lufthansa trotz des Aufwärtstrends im gesamten ersten Halbjahr deutlich in den roten Zahlen. Obwohl der Umsatz von 13,7 Mrd. auf 14,5 Mrd. Euro stieg, stand unter dem Strich ein Konzernverlust von 168 Mio. Euro. Das ist aber deutlich weniger als vor einem Jahr, als die Lufthansa in den ersten sechs Monaten einen Verlust von 206 Mio. Euro einflog.

Sorgenkind AUA überrascht mit Gewinn

Einen wichtigen Restrukturierungserfolg und damit einen Schritt zu mehr Wettbewerbsfähigkeit habe das Sorgenkind Austrian Airlines (AUA) erzielt, teilte die Lufthansa mit. Die AUA hatte vor kurzem den Flugbetrieb auf die Tochtergesellschaft Tyrolean Airways übertragen.

In diesem Zusammenhang entstanden einmalige Gewinne, die der AUA im ersten Halbjahr überraschend einen operativen Gewinn von 26 Mio. Euro einbrachten nach einem operativen Verlust von 64 Mio. Euro vor einem Jahr. (sda)

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