26.10.2020 10:00

Brack.ch«Gewinner einer Krise zu sein, macht nicht besonders stolz»

Der Onlinehändler Brack.ch profitiert von der Pandemie. Bei Roland Brack löst das gemischte Gefühle aus. Nun bereitet er sich auf einen möglichen Mini-Lockdown-vor.

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Der Onlinehandel boomt in der Coronakrise. 

Der Onlinehandel boomt in der Coronakrise.

Zu den Gewinnern der Pandemie gehören daher die Onlinehändler wie Brack.ch.

Zu den Gewinnern der Pandemie gehören daher die Onlinehändler wie Brack.ch.

KEYSTONE
Für Inhaber Roland Brack nicht unbedingt ein gutes Gefühl, wie er im Interview zugibt. «Gewinner einer Krisensituation zu sein, macht nicht besonders stolz», sagt er in einem Interview mit «CH Media». 

Für Inhaber Roland Brack nicht unbedingt ein gutes Gefühl, wie er im Interview zugibt. «Gewinner einer Krisensituation zu sein, macht nicht besonders stolz», sagt er in einem Interview mit «CH Media».

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Darum gehts

  • Der Onlinehändler Brack.ch stockt sein Personal auf.

  • In der Logistik arbeiten rund doppelt so viele Mitarbeiter.

  • Wegen eines möglichen Mini-Lockdown stellt Brack.ch sich auf einen erneuten Ansturm ein.

Die Coronakrise hat laut Roland Brack das Wachstum im Onlinehandel um ein bis zwei Jahre beschleunigt. In der Folge hat der Onlinehändler Brack sein Personal in der Logistik fast verdoppelt. Aufgrund der steigenden Fallzahlen und einem möglichen zweiten «Mini-Lockdown» stellt er sich bereits wieder auf bewegte Zeiten ein.

«Entsprechend sind wir froh, dass sich die Lage im Sommer etwas entspannt hat», sagte Roland Brack in einem am Montag veröffentlichten Interview mit den CH-Media-Zeitungen. Brack ist Inhaber der Competec-Gruppe, zu der unter anderem der Onlineshop Brack.ch gehört. «Zwar blieben die Bestellungen auf einem deutlich höheren Niveau als vor der Pandemie, aber es gab uns Zeit, uns an eine neue Normalität zu gewöhnen.»

Kein gutes Gefühl

Onlinehändler gehören zu den Gewinnern der Coronakrise. Für Brack nicht unbedingt ein gutes Gefühl, wie er im Interview zugibt. «Gewinner einer Krisensituation zu sein, macht nicht besonders stolz.» Zwar habe das Unternehmen vielleicht schnell auf die neue Situation reagiert. «Aber wir hatten in erster Linie Glück, im Online-Handel tätig zu sein, weshalb wir nicht von der Ladenschliessung betroffen waren.»

Weil die Bestellungen während des Lockdowns im Frühling explodiert waren, hat Brack das Personal in der Logistik fast verdoppelt von 250 auf etwa 450 Mitarbeitende. Dabei durften jedoch 10 bis 15 Prozent der bestehenden Leute nicht mehr arbeiten, weil sie zur Risikogruppe gehörten, so Brack. «Das war heftig in so kurzer Zeit.»

Arbeiten in Schichten

Grosses Thema ist laut Brack die Sicherheit beim Personal. Bei insgesamt mehr als 300 Mitarbeitenden im Logistikcenter im luzernischen Willisau sei es fast unvermeidlich, dass es Fälle gebe. «Die Frage ist nicht mehr, wie es verhindert werden kann, sondern wie wir damit umgehen.»

So werde in Schichten gearbeitet. Dies einerseits, um das Personal zu trennen, sodass nicht alle erkrankten. Zugleich aber auch, weil die Bestellungszahlen explodiert seien. Seit Ende der Sommerferien gelte eine allgemeine Maskenpflicht in der Logistik.

Nur vier Fälle

Der Onlineshop habe bisher insgesamt vier Fälle gezählt. Bei tausend Mitarbeitenden sei das «sensationell wenig». «Unsere Leute haben sich geschützt und das nicht nur, weil das Unternehmen daran interessiert war. Viele von uns motivierte die Tatsache, während einer Notsituation zur Versorgung des Landes beitragen zu dürfen», sagte Brack.

(SDA)

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128 Kommentare
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Arbeit Nehmer

27.10.2020, 09:21

wenigstens keinen Verpackungsroboter! . . . gut so

Chris

27.10.2020, 07:02

Brack macht ganz einfach einen guten Job! Von der Webseite bis zur Lieferung

Dee nke

26.10.2020, 12:57

Man sollte erst recht stolz sein auf sein Unternehmen wenn man ein Gewinner der Krise ist. Und kommt jetzt nich mit Moral, sie haben dadurch Stellen geschaffen welche Geld in die Staatskasse einzahlen. Dazu haben sie Corona nicht hoch beschworen. Und ja die Wirtschaft ist genau so wichtig wie die Gesundheit, weil mit einer schlechten Wirtschaft leiden viel mehr Leute und das Gesundheitssystem ist dementsprechend auch miserabel. Aber das erfahren wir wahrscheinlich im Verlauf den nächsten Jahre, wenn die Schweiz und die EU noch mehr den bach runter geht.